Lüner Mitarbeiter eines Kabelnetzbetreibers landet nach Vertragsabschluss vor Gericht

dzAmtsgericht

Wollte ein Lüner Mitarbeiter eines Kabelnetzbetreibers wegen der Provision ein Ehepaar betrügen - oder war alles nur ein Missverständnis? Diese Frage beschäftigte jetzt das Amtsgericht.

von Sylvia Mönnig

Gahmen

, 08.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit dem Ziel, die Provision einzustreichen, soll ein Lüner als Mitarbeiter eines Kabelnetzbetreibers einen Vertragsabschluss nur vorgetäuscht haben. Vor Gericht beteuerte der 27-Jährige aus Gahmen nun seine Unschuld – letztlich mit Erfolg.

Der Vertrag für einen TV-, Internet- und Telefon-Anschluss, den der junge Lüner Anfang 2019 bei seinem Arbeitgeber abgab, sollte ein Bergkamener Paar knapp 20 Euro pro Monat kosten und brachte ihm 145 Euro Provision ein.

Als das Geld vom Konto der Eheleute abgebucht wurde, protestierten die allerdings und erklärten, keinen Vertrag mit dem Unternehmen abgeschlossen zu haben, da sie mit ihrem Anbieter zufrieden seien. Der Fall endete mit einer Anzeige wegen Betrugs.

Am Telefon mit Kunden gesprochen

Im Prozess versicherte der 27-Jährige nun jedoch, dass der Abschluss auf einem alten, widerrufenen Vertrag basiert habe. Er habe mit dem Mann telefoniert und ihn so verstanden, dass ein neuer Abschluss für ihn in Ordnung sei. Aber vielleicht, so sah er ein, hätte er sich besser persönlich mit ihm auseinandersetzen sollen. Dann wäre es nicht zu dem Missverständnis gekommen.

Besagtes Missverständnis konnte das Gericht am Ende nicht ausschließen, da der Mann tatsächlich nur gebrochen Deutsch sprach. „Dem Angeklagten kommt der Zweifelsgrundsatz zugute“, betonte der Richter und sprach ihn frei.

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