Lüner Klinikchef verärgert: Tests für Reisende kostenlos, für Pfleger nicht

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Reiserückkehrer können sich kostenlos auf Corona testen lassen, auch Mitarbeiter in Schulen und Kitas. Für Pflegekräfte, gilt das nicht. Der Lüner Klinik-Chef findet das ärgerlich.

Lünen

, 14.08.2020, 11:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für einige Personen ist es inzwischen, ein halbes Jahr nach Auftreten der ersten Corona-Fälle in Deutschland, möglich, sich kostenlos auf das Virus testen zu lassen. Mitarbeiter des Katholischen Klinikum Lünen-Werne zum Beispiel, die häufig mit Erkrankten oder Risikopatienten konfrontiert sind, gehören aber nach wie vor nicht dazu. „Das verärgert“, kommentiert Geschäftsführer Axel Weinand.

Neu ist, dass die Bundesregierung nun rechtzeitig zum Ende der Sommerferien in NRW kostenlose, teils freiwillige, Corona-Tests für Reiserückkehrer anbietet. „Urlauber, die in einem Risikogebiet ihre Ferien verbracht haben, sind aber seit dem 8. August verpflichtet, sich testen zu lassen“, informiert die Verbraucherzentrale NRW. Wenn der Test innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise erfolgt, werden die Kosten dafür von dem eingerichteten Gesundheitsfond getragen.

Kostenlose Tests für zwei Monate
Reiserückkehrer

Die Verbraucherzentrale informiert

  • Unter der Telefonnummer 116 117 gibt es Auskunft, wo in Wohnortnähe Tests für Reiserückkehrer angeboten werden. Wer sich beim Hausarzt testen lassen möchte, sollte jedoch unbedingt vorher einen Termin vereinbaren.
  • Wichtig ist: Bis ein gültiges Testergebnis vorliegt, müssen die Quarantäneregeln eingehalten werden. Bei Verstoß gegen die genannten Pflichten zur Meldung, Testung, Nachweispflicht oder zur häuslichen Quarantäne können die zuständigen Behörden Bußgelder verhängen. Reisende, die aus einem Risikogebiet kommen, müssen ein negatives Testergebnis selbst mit der vom Arzt ausgestellten Testbescheinigung gegenüber dem Gesundheitsamt nachweisen. Wiederholungstest werden empfohlen: Ein negatives Testergebnis stellt immer nur eine Momentaufnahme dar. Deshalb ist fünf bis sieben Tage nach dem Test eine Wiederholungstestung auf Covid 19 sinnvoll.
  • Zu den Risikogebieten gehören aktuell viele Länder außerhalb Europas wie die USA, Russland oder große Teile der Türkei. Aber auch innerhalb Europas sind verschiedene Risikogebiete ausgewiesen, zum Beispiel seit Anfang August 2020 Serbien oder die spanischen Regionen Katalonien, Aragon und Navarra sowie die Provinz Antwerpen“, so die Verbraucherzentrale NRW. Eine laufend aktualisierte Liste des Robert-Koch-Institutes gibt Auskunft, welche Länder als Risikogebiet definiert sind.

Neu ist außerdem, dass sich seit dem 3. August (und bis lediglich 9. Oktober) Mitarbeiter in Schulen und Kitas kostenlos testen lassen können. Heiko Haffmann, Sprecher des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, sagt dazu auf Anfrage der Redaktion: „Die zeitlich befristete Vereinbarung zur Übernahme der Kosten für Tests bei Kita- und Schulpersonal soll eine Einschätzung des Infektionsrisikos beim Anlaufen eines weitestgehend normalen Schul- und Kitabetriebs ermöglichen. Auf Grundlage der so gewonnenen Daten soll das weitere Vorgehen geplant werden.“ Bei den Kostenübernahmen gehe es in allen Fällen um die „infektiologische Fallkonstellation“.

Pflegepersonal nicht berücksichtigt

Unter den Mitarbeitern der Awo Ruhr-Lippe-Ems, die in Lünen mit Kitas, Offener Ganztagsbetreuung (OGS) an Schulen sowie einem mobilen Pflegedienst vertreten ist, haben nur die Mitarbeiter der ersten beiden Institutionen die Möglichkeit eines verdachts-unabhängigen Test. Pflegepersonal wird nach wie vor nicht berücksichtigt. „Weder Land noch Bund haben Regelungen für Mitarbeiterinnen im Pflegebereich vorgesehen“, sagt Awo-Sprecher Sebastian Laaser. Nur im konkreten Verdachtsfall werden die Pflegedienstmitarbeiter sofort aus dem Dienst gezogen und getestet, die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Ein „heißes Eisen“ nennt Laaser dieses Thema.

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Auch in den Krankenhäusern, so auch im Klinikum Lünen, dürfen sich Mitarbeiter nur nach einem ungeschützten Kontakt mit einem Covid-19-Patienten oder bei einem größeren Ausbruchsgeschehen testen lassen. Die Tests werden im Krankenhaus selbst durchgeführt, das auch die Kosten zu tragen hat. Die belaufen sich laut Klinikum-Geschäftsführer Axel Weinand auf etwa 70 Euro pro Test. Auch das sei ärgerlich, so der Ökonom.

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