Lüner Kindermord: Motiv der Mutter weiter unklar

Ermittlungen dauern an

Nach der grausamen Tat in einem Lüner Mehrfamilienhaus hatte die Mutter gestanden, ihre beiden Kinder getötet zu haben. Seitdem schweigt die 28-Jährige. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen weiter: Hatte der Messer-Angriff psychologische Gründe? Ein Gutachten soll Licht ins Dunkel bringen.

LÜNEN

, 10.11.2016, 13:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Menschen aus der Nachbarschaft drücken an dem Haus der Familie ihr Mitgefühl aus und stellen Kerzen sowie Kuscheltiere auf.

Menschen aus der Nachbarschaft drücken an dem Haus der Familie ihr Mitgefühl aus und stellen Kerzen sowie Kuscheltiere auf.

Nach dem Mord an zwei Kindern in einem Mehrfamilienhaus in Gahmen ist das Motiv der unter Mordverdacht stehenden Mutter weiter unklar. Die 28-Jährige hatte zuerst eingeräumt, ihre beiden ein und vier Jahre alten Kinder mit einem Küchenmesser in ihren Betten erstochen zu haben und sich danach selbst schwer verletzt zu haben. 

Seitdem sie in Untersuchungshaft ist, habe sie sich gemeinsam mit ihrem Verteidiger dazu entschieden, vorerst zu schweigen, erklärte Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel auf Anfrage. Die Verteidigung werde jetzt Einsicht in die Akten nehmen und danach entscheiden, wie es weiter geht.

"Unstimmigkeiten familiärer Art"

Unterdessen laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter. Laut Schulte-Göbel stehen noch Ergebnisse von DNA-Untersuchungen aus, außerdem habe er ein psychiatrisches Gutachten der Mutter eingefordert. Nach der Tat war vermutet worden, dass der Messer-Angriff möglicherweise psychische Ursachen haben könnte.

Schulte-Göbel hatte erklärt, die Frau habe in der ersten Vernehmung „Unstimmigkeiten familiärer Art“ angegeben. Die 28-Jährige liegt seit dem Untersuchungs-Haftbefehl im Justizvollzugs-Krankenhaus in Fröndenberg. Noch sei nicht absehbar, wann sich ihr Gesundheitszustand soweit bessere, dass sie in eine reguläre JVA verlegt werden könnte, meinte Schulte-Göbel.

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