Lüner Kanal: Müll abgekippt - Polizei hat eine Spur

Wohl Haushaltsauflösung

Wie so oft, radelte Iris Schmidt auch Donnerstagmorgen mit ihrem Hund am Datteln-Hamm-Kanal in Lünen entlang. Und blieb dann entsetzt stehen: Vor ihr eine wahre Müllhalde, einfach mitten in die Natur gekippt. Sie berichtet in einer Facebook-Gruppe von dem Abfall, die Empörung ist groß. Aber: Es gibt Hinweise auf den Verursacher.

LÜNEN

, 08.09.2017, 14:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lüner Kanal: Müll abgekippt - Polizei hat eine Spur

So sah es Donnerstagmorgen am Kanalufer aus. Im Hintergrund die Kanalbrücke Gahmener Straße.

„Das war wirklich schlimm. So etwas habe ich als wilde Müllkippe auch noch nicht gesehen“, erklärte Iris Schmidt am Freitag gegenüber unserer Redaktion. Schon Donnerstagmorgen hatte sie Fotos im sozialen Netzwerk Facebook gepostet. Auch dort ist die Empörung groß, dass Menschen so rücksichtslos handeln können. Gleichzeitig loben Facebook-Nutzer die Stadt dafür, dass der Müll schnell beseitigt wurde.

Die gute Nachricht: Im Müll wurden „Hinweise auf einen möglichen Verursacher gefunden“. Das teilte die Stadt Lünen am Freitag auf Anfrage mit. Bei dem Abfall handele es sich um circa 1,4 Tonnen aus einer Haushaltsauflösung, so Stadtsprecherin Julia Schmidt.

Wasserschutzpolizei erstattet Anzeige

Der Tatort liegt kurz hinter der Bergstraße. Neben Iris Schmidt war die wilde Müllkippe noch weiteren Zeugen aufgefallen. Die erste Meldung ging laut Stadtsprecherin Julia Schmidt Donnerstagmorgen um 7.10 Uhr beim Bürgertelefon ein. Weitere folgten bei der Ordnungsbehörde.

Ein Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gab die Information direkt an die Wasserschutzpolizei weiter. Die Wasserschutzpolizei werde Anzeige erstatten, teilte Julia Schmidt mit.

Bußgeld bis zu 1530 Euro

Wenn der Verursacher tatsächlich ermittelt werden kann, muss er die Entsorgungskosten tragen und ein Bußgeld zahlen. Das könne laut Bußgeldkatalog Umwelt NRW bis zu 1530 Euro hoch sein, so die Stadtsprecherin.

Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) sammelten noch am Donnerstag die Müllberge am Kanal auf. Thomas Möller, Leiter der Abteilung Stadtreinigung, bezifferte die Kosten für Transport und Entsorgung in diesem Fall auf circa 500 Euro.

Wo kein Verursacher zu ermitteln ist, sind die Kosten über die Abfallgebühren von der Allgemeinheit zu tragen, erläuterte Stadtsprecherin Julia Schmidt. Abfälle aus Haushaltsauflösungen, aber auch Altreifen und Grünabfälle würden besonders häufig illegal entsorgt.

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Steigende Tendenz
Die Fälle illegaler Abfallentsorgung häufen sich offenbar.
In diesem Jahr gab es laut Stadt bisher 95 Meldungen am Bürgertelefon.
Im gesamten Jahr 2016 waren es 96 Fälle, 2015 waren es 57 und 2014 wurden 49 wilde Müllkippen gemeldet.

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