Lüner Firma Compart hilft bei größter Arktisexpedition aller Zeiten

dzMit Richtfunk

Monatelang war das Forschungsschiff Polarstern in der Arktis eingefroren, um die Folgen des Klimawandels zu dokumentieren. Dass das gelang, ist auch einer Lüner Firma zu verdanken.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 15.10.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über ein Jahr lang dauerte die Reise des Forschungsschiffs Polarstern: Im September 2019 startete der Eisbrecher vom norwegischen Tromsø in die Arktis, um die Folgen des Klimawandels zu dokumentieren - an Bord Forscher aus aller Welt. Es war die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Als am Montag die Forscher dann wieder in Bremerhaven einliefen, hatten sie eine Menge Daten mit im Gepäck - Daten, die sie ohne die Hilfe der Lüner Firma Compart IT-Solutions wohl nicht hätten mitbringen können.

Denn die Forscher sammelten ihre Daten - insgesamt 200 Parameter wie Strömungen, Mikroorganismen am und im Eis sowie Temperaturen von Wasser und Luft - teilweise mehrere Kilometer von ihrem Forschungsschiff entfernt. Und diese Datenmengen mussten irgendwie übertragen werden. „Normalerweise geht das über Glasfaserkabel, die sehr aufwändig durch das Eis verlegt werden“, erklärt Tobias Ladewig, Senior Sales Manager Wireless Solutions bei Compart.

Glasfaser machte Probleme

Genau das war auch bei dieser Expedition der Plan. Zusätzlich wurde durch Compart aber auch ein Richtfunkfeld installiert. „Eigentlich war das erstmal zur Probe, um zu schauen, ob eine Datenübertragung für diese Zwecke auch über Richtfunk zuverlässig funktioniert“, so Ladewig. Das Problem bei Glasfaser nämlich ist neben der aufwändigen Verlegung: Die Kabel können bei den eiskalten Temperaturen von bis zu -50 Grad Celsius einfrieren und brechen. Außerdem ist es möglich, dass durch Wind und Strömung einzelne Eisschollen in Bewegung kommen und die Kabel reißen.

Weil wegen der extremen Wetterverhältnisse genau diese Probleme tatsächlich auftraten, lief der Datenaustausch dann über Richtfunk - obwohl das eigentlich eben nicht der Plan war. „Deswegen waren alle Beteiligten auch sehr glücklich, dass wir dabei waren. Ich denke, man kann sagen, dass ohne uns die Daten nicht hätten gesammelt werden können“, sagt Ladewig.

Infrastruktur war zuverlässig

Technische Probleme gab es nicht - auch, weil die Crew schon vor Abfahrt eine Einweisung in die Geräte bekommen hat. „Da haben wir auch schon alles an Bord vorbereitet und konfiguriert, sodass die Forscher nur noch vor Ort die Messungen starten mussten.“ Insgesamt war die gesamte technische Infrastruktur zuverlässig - und zeigte sich für solche Projekte als prädestiniert, so Ladewig.

Die Forscher auf der Polarstern hatten alleine 150 Tage in der kompletten Dunkelheit der Polarnacht verbracht und waren weniger als 200 Kilometer vom geografischen Nordpol entfernt. Daten wurden reichlich gesammelt - aus bis zu 35.000 Metern Höhe und 4000 Metern vom Meeresgrund. 389 Tage dauerte die Expedition.

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