Lüner Experte: Alle Autokäufer können mit Preisnachlässen rechnen

dzCorona-Krise

Eine Kaufprämie für Verbrenner gibt es nicht. Dagegen hat sich die Bundesregierung jüngst entschieden. Was aber nicht heißt, dass Käufer von Diesel- oder Benzin-Autos leer ausgehen.

Lünen

, 13.06.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trotz oder gerade wegen der Absage der Bundesregierung an eine Kaufprämie für Diesel- und Benzin-PKW können sämtliche Autokäufer mit Preisnachlässen rechnen:

„Die Kunden erwarten ein ,Zückerchen‘. Es wird Ermäßigungen geben, in welcher Höhe, wird sich zeigen.“

Das sagte Christoph Haumann, Geschäftsführer des Autohauses Trompeter (Volkswagen in Brambauer) und Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Dortmund/Lünen, am Mittwoch (10. Juni) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dass sich die große Koalition in der vergangenen Woche in ihrem 130 Milliarden schweren Konjunkturpaket in der Corona-Krise auf eine stärkere Förderung von Elektro-Autos verständigt habe, sei zu erwarten gewesen, sagte Haumann weiter.

Der Branchenexperte begrüßte, dass jetzt endlich Klarheit herrsche, was gefördert wird und was nicht.

Schon im Gespräch mit unserer Redaktion Ende Mai hatte der Innungs-Obermeister erklärt, dass das Neuwagengeschäft der Autohäuser in der Region wegen Corona und der Ungewissheit über eine Abwrackprämie so gut wie brach liegt: „Die Nachfrage im Privatbereich liegt vorsichtig ausgedrückt ein wenig über der Nulllinie.“

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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bedauerte derweil, dass es die als Anschub in der Coronakrise erhoffte Neuauflage der Abwrackprämie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nicht geben wird.

Die Senkung der Mehrwertsteuer und die Verdopplung des staatlichen Anteils an der E-Auto-Prämie könnten aber einen Beitrag leisten, um die schwache Autonachfrage anzukurbeln.

VDA-Chefin Hildegard Müller stellte in Aussicht, dass die im Verband organisierten Hersteller die Mehrwertsteuersenkung „in vollem Umfang“ an die Kunden weitergeben werden. Die einzelnen Unternehmen prüften zudem, inwieweit deren Wirkung durch eigene Maßnahmen verstärkt werden könne.

Rabattaktionen

Ähnlich äußerte sich Christoph Haumann am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich gehe davon aus, dass Kunden Preisnachlässe bekommen.“ Er könne sich vorstellen, sagte der Innungs-Obermeister, dass es eine Kombination aus Rabattaktionen und der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent geben wird.

Daneben erinnerte Haumann an die frühere Marketing- und Rabattaktion einer bundesweit tätigen Baumarkt-Kette unter dem Motto: „Wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer.“

Dass die Autokonzerne auf die Kunden zugehen, steht nach Angaben des Trompeter-Geschäftsführers außer Frage: Denn laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sitzt der Autohandel in Deutschland auf nicht zugelassenen Neufahrzeug-Beständen im Wert von rund 14,8 Milliarden Euro.

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