Lüner Eisdielen fürchten Winter: Kunden wollen lieber draußen bleiben

dzHerbstbeginn

Es wird Herbst. Viele Kunden wollen wegen der Corona-Krise lieben draußen sitzen. Die Eisdielen hatten kein leichtes Jahr. Jetzt machen sie sich Sorgen, wie es in der kalten Jahreszeit wird.

von Kimberly Becker

Lünen

, 24.09.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rekordsommer 2018 und 2019 haben den Eisdielen Umsatz beschert. 2020 hingegen brachte Probleme: Die Schließung aller Geschäfte im März und April wegen des Corona-Virus ließ die Verkaufszahlen wegbrechen. Dann kamen Abstandsregeln und Datenerfassung. Ein Eisdielen-Besitzer macht sich Sorgen, ob er überhaupt Urlaub machen kann.

Alban Azemi, Besitzer der Eisdiele Salvador 50´s, hat das ganze Jahr geöffnet, abgesehen von der vier- bis sechswöchigen Pause Ende Dezember bis Mitte Februar. Dieses Mal wird dieser Urlaub jedoch vielleicht ausfallen müssen. „Ich weiß nicht, ob wir so lange den Laden schließen können. Wir müssen den verlorenen Umsatz vom März und April irgendwie aufholen“, sagt Azemi.

Auch die restliche Saison sei vor allem wegen der Pflicht, Kontaktdaten beim Besuch von Lokalen einzureichen, schlechter gewesen als sonst. Der Besitzer berichtet: „Ein Paar hat sich gesetzt und als wir es um die Kontaktdaten gebeten haben, ist es aufgestanden und sagte, dass es dann lieber zum nächsten Kiosk gehen würde, um da ein Eis zu holen.“

Insgesamt seien 20 bis 30 Prozent der Leute wieder gegangen, als sie ihre Daten abgeben sollten. Für den Winter kann Alban Azemi noch keine Prognose abgeben, doch auch für ihn wird es schwierig, wenn die Gäste nicht mehr draußen sitzen können.

Pause bis Frühjahr

Auch für Ines Scussel, Besitzerin des Eiscafés Dolomiti an der Marktstraße, begann der Saisonstart durch die Corona-Krise zwei Monate verspätet. Anfangs konnte sie nur den Straßenverkauf bedienen. „Das was alles sehr anstrengend. Die Leute wollten nicht mehr gerne reinkommen und wir müssen all die Gäste draußen Platz nehmen lassen", sagt Scussel, die wegen der Abstandseinhaltung nur die Hälfte an Plätzen zur Verfügung hat. Auch sie habe große Verluste gemacht..

Das sei aber nicht der Grund, warum sie bald schließe. Jedes Jahr, wenn es kälter wird, würde sie ihre Familie in Italien besuchen. „Wir möchten das Geschäft nicht verlängern. Was weg ist, ist weg. Und das können wir auch nicht mehr aufholen", erklärt die Besitzerin.

Alexander Barzan ist bisher zufrieden, hat jedoch Bedenken vor der kälteren Jahreszeit.

Alexander Barzan ist bisher zufrieden, hat jedoch Bedenken vor der kälteren Jahreszeit. © Becker

Warten auf den Winter

Die Eisdiele Casa del Gelato an der Lange Straße hat es vergleichsweise besser getroffen. „Wir leben noch“, sagt Besitzer Alexander Barzan. Trotz Pause im Frühjahr. „Dieses Jahr war es zwar weniger Umsatz, aber ich kann mich echt nicht beschweren. Andere hat es viel härter getroffen.“

Wie genau aber die Situation im Winter sein wird, könne er noch nicht sagen. Die Menschen würden lieber draußen sitzen. Wenn es dann kälter würde, dann würden sich die Leute vielleicht nicht rein trauen. Er wartet ab. Schließen wird Barzan auch in diesem Jahr am 23. Dezember, um am ersten Wochenende im Februar 2021 wieder zu öffnen.

Hoffnung für die Zukunft

Die alteingesessene Eisdiele San Remo, geführt von Salvatore Gelsi, macht in der Regel nur über Weihnachten und Neujahr zu, was sich laut Gelsi auch diese Saison nicht ändern soll. Die Umsatzverluste sollen auf jeden Fall kein Grund sein, den Urlaub auszulassen und die Saison sei nicht unbedingt schlecht gewesen. Die Hygienemaßnahmen hätten die Arbeitsprozesse aber sehr verlangsamt, so Gelsi. „Ich weiß auch nicht, wie es im Winter sein wird. Die Leute haben dann vielleicht auch Angst herein zu kommen und draußen ist es zu kalt", sagt der Besitzer von San Remo, doch lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: "Was verloren ist, ist nun mal verloren und jetzt hoffen wir einfach auf bessere Zeiten."

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