Ein Bild aus den Zeiten vor Corona: Hans Köth bekam eine Ehrung des Schützenvereins Brambauer. Natürlich war Ehefrau Eleonore Köth-Feige mit dabei. © Michael Blandowski (Archiv)
Corona-Krise

Lüner Ehepaar (88 und 91): Hoffnungsschimmer in Sachen Impfung

In den Pflegeheimen laufen die Impfungen gegen Corona. Doch was ist mit den vielen Hochaltrigen, die nicht in Heimen leben? Für ein Lüner Ehepaar scheint es jetzt eine Lösung zu geben.

Eleonore Köth-Feige bleibt so viel möglich daheim. Die 88-Jährige kümmert sich um ihren drei Jahre älteren Ehemann Hans Köth. Seit fünf Jahren pflegt sie ihn daheim. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Ehepaar besonders vorsichtig. „Das hab ich meinen Kindern versprochen,“ erzählt die frühere Vorsitzende des Lüner Senioren-Beirats.

Als die Meldungen kamen, dass die ersten Impfstoffe zugelassen worden sind, war für Eleonore und Hans Köth klar – wir lassen uns auf jeden Fall impfen. „Ich hab mich auch gegen Gürtelrose impfen lassen“, erzählt die 88-Jährige. Seit 20 Jahren lässt sie sich auch in jeder Saison gegen Grippe impfen.

Impfzentrum ist für Paar nicht erreichbar

Das Lüner Paar gehört zu der Risikogruppe, steht ganz vorn auf der Prioritätenliste der Corona-Impfungen. Eigentlich. Denn die beiden leben nicht in einem Pflegeheim, sondern in ihrer Wohnung in Lünen. Eigentlich müssten sie für die Impfung ins Impfzentrum nach Unna fahren. Doch das geht nicht, denn Hans Köth ist nicht mehr mobil, auch nicht für eine Taxifahrt.

Das bedeutet, dass die beiden nun warten müssten, bis endlich so viel Impfstoff zur Verfügung steht, dass auch Hausärzte ihre Patienten impfen können. Das würde aber sicher noch Monate dauern.

Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer. Hans Köth besucht regelmäßig eine Tagespflege, die von einem Lüner Pflegedienst betrieben wird. Mitarbeiter des Pflegedienstes unterstützten Eleonore Köth-Feige auch bei der Pflege ihres Mannes.

Der Pflegedienst bemüht sich derzeit darum, ebenfalls Impfstoff gegen Corona zu bestellen. Man wolle mit mehreren Lüner Ärzten zusammenarbeiten, die dann die Tagespflege-Besucher und auch die Kunden, die ambulant gepflegt werden, impfen – wenn diese das möchten.

Angst vor der Mutation

„Darüber bin ich heilfroh“, sagt Eleonore Köth-Feige. Sie hofft, dass innerhalb des ersten Quartals eine Impfung möglich ist. „Und dann natürlich auch innerhalb von 14 Tagen die zweite Impfung.“ Damit sie geschützt ist vor einer gefährlichen Ansteckung. „Vor der Mutation des Virus habe ich richtig Angst“, sagt sie.

Die alte Dame hat keinerlei Verständnis für Bedenkenträger, die sich nicht impfen lassen wollen. „Jetzt ist keine Zeit, lange zu überlegen, die ganze Welt ist von dieser Pandemie betroffen.“ Sie war vor Weihnachten das letzte Mal draußen.

„Aber neben dem Pflegedienst kümmern sich auch meine Kinder und unsere Haushaltshilfe um uns, kaufen ein und schauen, wie es uns geht.“ Kontakt zur Außenwelt hat sie auch über ihr Tablet, das sie vor einem Jahr geschenkt bekommen hat, und die Tageszeitung, die sie ihrem Mann auch immer vorliest. Nun hoffen beide, dass sie bald geimpft werden können.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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