Das Archivbild zeigt den Eingang zum Firmengelände von Caterpillar in Lünen-Wethmar. © Stachelhaus (A)
Werksschließung verschoben

Lüner Caterpillar-Beschäftigte: „Wollen den Laden anständig übergeben“

Für die Abwicklung der Standorte Lünen und Wuppertal braucht Caterpillar mehr Zeit - und vor allen Dingen Mitarbeiter. Darüber haben wir mit einer Beschäftigten gesprochen.

Die von der Caterpillar-Geschäftsführung um ein ganzes beziehungsweise halbes Jahr verschobenen Werkschließungen an den Standorten Lünen und Wuppertal kamen für die langjährige Mitarbeiterin am Firmensitz in Lünen nicht überraschend:

„Wir haben sehr schnell mitbekommen, dass das auf keinen Fall bis Ende dieses Jahres funktionieren wird.“

Gemeint ist damit die von der Geschäftsführung bis zur ursprünglich geplanten Werkschließung Ende 2021 vorgesehene Produktionsverlagerung inklusive des Wissenstransfers an andere europäische Standorte des US-amerikanischen Bergbauzulieferers Caterpillar.

Keine Schadenfreude

Die Mitarbeiterin, die ihren Namen aus Sorge vor „Repressalien von oben“ nicht in der Zeitung lesen will, empfindet „trotz allem keine Schadenfreude oder Genugtuung“, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion sagte.

Auf die Frage, woran das liegt, antwortete sie: „Eigentlich ist das ja wirklich krank. Aber wir machen das hier nicht aus Liebe zu Caterpillar. Wir lieben unsere Arbeit. Unter den Kollegen, und das war schon immer so, herrscht das absolute Pflichtbewusstsein. Wenn schon, dann wollen wir den Laden anständig übergeben.“

Und weil das so ist, werde sie auch das Angebot der Geschäftsführung annehmen, und ihren Vertrag um ein paar Monate verlängern. Um wie viele Monate ihr Vertrag verlängert werden soll, sagt die Caterpillar-Mitarbeiterin nicht: „Ich will kein Risiko eingehen und erkannt werden.“

Wie berichtet, haben sich Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft nach mehrwöchigen Verhandlungen vor ein paar Tagen auf die Verschiebung der Werksschließungen Ende 2022 geeinigt.

Unterschiedliche Vertragslaufzeiten

Die Einigung sieht zudem vor, dass von den 230 Mitarbeitern an beiden Standorten 100 für sechs, neun beziehungsweise 12 Monate weiter beschäftigt werden – wenn sie das wollen.

Wie unsere Gesprächspartnerin weiter sagte, soll nur ein geringer Teil von den 100 ausgesuchten Beschäftigten einen Vertrag über 12 Monate bekommen, bei den allermeisten gehe es wohl um sechs Monate:

„Aus finanzieller Sicht gehen die Verträge in Ordnung. Die Gehälter bleiben. Außerdem bekommen wir auch die weiteren Monate einen Abwicklungsbonus.“

In den kommenden Monaten werde sie auch ihre Jobsuche intensivieren. „Dafür habe ich bisher noch nicht so richtig den Kopf frei gehabt.“

Wunsch Anlagenbau

Für die Caterpillar-Fläche, diesen Wunsch hätten viele Kollegen, wünsche sie sich, dass „hier wieder Anlagenbau hinkommt. Die Voraussetzungen dafür sind doch ideal, außerdem gibt es hier am Standort ein großartiges Netzwerk.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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