Der Lüner Auswanderer Peter Gresch bei einer Radtour in Berkshire. Die Corona-Lage in den USA macht ihm Sorgen. © Gresch
Corona-Krise

Lüner Auswanderer kritisiert „Trumps atemberaubende Unfähigkeit“

Peter Gresch könnte sich freuen. Joe Biden, den der Lüner Auswanderer gewählt hat, wird neuer US-Präsident. Noch ist aber Trump im Amt und im Hinblick auf Corona macht sich Gresch Sorgen.

Ein Präsident, der nicht wahrhaben will, dass er abgewählt ist. Ein neu gewählter Präsident, der ausgebremst wird. Keine guten Voraussetzungen, um die Corona-Krise in den USA zu bewältigen. Dieses Thema, so sieht es der Lüner Auswanderer Peter Gresch, beschäftigt viele Amerikaner. Denn die Auseinandersetzung zwischen Donald Trump und Joe Biden trägt nicht dazu bei, die Situation zu entspannen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – den Kampf gegen Corona.

Rapide Beschleunigung der Pandemie

„Die Lage ändert sich momentan sehr schnell“, sagt Peter Gresch. Der 58-Jährige, der in Rhode Island lebt und mit seiner Frau ein Geschäft für Antiquitäten und Vintage führt, ist spürbar sauer auf den noch amtierenden US-Präsidenten. „Es ist nicht mehr Trump und seine atemberaubende Unfähigkeit, mit den Mitbürgern im Kampf gegen Covid-19 Schulter an Schulter zu stehen, was uns momentan Sorgen macht. Sondern die rapide Beschleunigung der Pandemie selbst.“

Trump sei nach der Wahl am 3. November Geschichte geworden – und sicherlich nicht eines der besseren Kapitel, meint der Lüner aus der Theaterfamilie Gresch.

Aber Covid-19 habe seit Monaten freien Lauf in seiner Wahlheimat und die USA werde erneut der gleichen Pandemie-Dynamik anheimfallen wie Europa selbst. Das allerdings, so sieht es Gresch, „von einem erhöhten Risikoplateau“ als die alte Welt.

Gresch fürchtet noch einiges bis Joe Biden am 20. Januar als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wird. „Donald Trump wird sicherlich noch erheblichen Schaden anrichten, da ihm die Verfassung diese Option offenlässt.“ Joe Bidens Covid-19-Engagement werde „mit psychopathischer Akribie“ von Donald Trump blockiert. Es existiere bislang in den Staaten keine landesweite Koordination.

Der Lüner Peter Gresch - hier bei einem Ausflug in New Hampshire - lebt seit 33 Jahren in den USA und darf im November auch wählen.
Der Lüner Peter Gresch – hier bei einem Ausflug in New Hampshire – lebt seit 33 Jahren in den USA und darf im November auch wählen. © Gresch © Gresch

Auf Bundesstaaten-Ebene und in den Städten wachse die Ungewissheit und die „wahrscheinlich zu späte Einsicht, dass Donald Trumps Selbstverherrlichungen der Wucht einer vernachlässigten Pandemie nichts entgegenzusetzen haben.“

Aggressivität des Erregers

Als Geschäftsinhaber mussten Gresch und seine amerikanische Frau immer mit einer größeren Ausdehnung von Corona rechnen, aber die momentane Aggressivität des Covid 19-Erregers und die Schwere der Erkrankung überrascht die beiden und auch viele andere Menschen in ihrer Umgebung doch.

Die derzeitige Lage in den Bundesstaaten schildert Gresch fast schon poetisch: „Die Verwaltungen in den Bundesstaaten sind etwas plattfüßig in den Herbstmorast gewatet, und da jedwede nationale Koordination bewusst vom Weißen Haus in Washington entgleist wird, erfahren wir auf lokaler Ebene keinen positiven Ansporn sondern hören nur Durchhalteparolen.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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