Dr. Arne Krüger ist neuer Vorsitzender des Lüner Ärztevereins. Die Corona-Impfung bezeichnete er als große Herausforderung für die Ärzte. © Quiring-Lategahn
Vorstandswahlen

Lüner Ärztesprecher: Impfzentren sind für uns noch wie Kaffeesatzleserei

Im Vorstand des Lüner Ärztevereins hat es Veränderungen gegeben. Dr. Arne Krüger ist neuer Vorsitzender. Im Hinblick auf die geplanten Impfzentren spricht er von „Kaffeesatzleserei“.

Zwölf Jahre stand der Allgemeinmediziner Dr. Michale Funke (64) an der Spitze des Lüner Ärztevereins. Weil er sich Ende des Jahres aus der Praxis in den Ruhestand zurückzieht, kandidierte er nicht mehr für den Vorsitz. Zum Nachfolger wählten die Mitglieder am Mittwoch (26.11.) den Allgemeinmediziner Dr. Arne Krüger (45). Damit wurde gleichzeitig ein Generationenwechsel eingeleitet.

Dr. Berthold Lenfers, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am St.-Marien-Hospital, bleibt weiterhin stellvertretender Vorsitzender. Allgemeinmediziner Dr. Christian Geiping, der bisher als Schriftführer und Kassenwart im Vorstand tätig war, hat sich aus privaten Gründen nicht noch einmal zur Wahl gestellt. Für ihn ist Andreas Gies, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie und Orthopädie, gewählt worden.

In große Fußstapfen treten

Sein Vorgänger habe herausragende Arbeit geleistete, er werde in große Fußstapfen treten, erklärte Arne Krüger. Das Amt so auszufüllen wie er, sehe er als große Herausforderung an. Krüger übernimmt den Ärzteverein mit inzwischen 135 Mitgliedern in turbulenten Zeiten. „Alle beteiligten Ärzte mussten in diesem Jahr große Aufgaben meistern“, sagt Krüger und bringt damit die Corona-Pandemie ins Spiel. Er glaubt, dass auch das kommende Jahr mit der Impfsituation noch einmal für enorme Anforderungen sorgen werde.

Bisher hätten die Ärzte keine Informationen, wie die geplanten Impfzentren aufgebaut würden. „Wir wissen nichts, außer, dass da was kommt.“ Es sei sportlicher Ehrgeiz, dass Mitte Dezember die Strukturen stehen sollen und die Leistungserbringer gar nicht wüssten, worauf sie sich vorbereiten müssten. Das sei ein schwieriges Unterfangen. In diesem Zusammenhang sprach Krüger von Kaffeesatzleserei.

Seine Aufgabe als Vorsitzender des Ärztevereins sieht er darin, aus allen Kanälen Informationen zu sammeln, damit sich die Kollegen auf die Situation einstellen können. Der Ärzteverein soll ein lebendiger Ort des Austauschs und des Zusammenhalts sein. Dazu will er beitragen und auch die fünf neuen Mitglieder integrieren.

Nachfolge für Notdienstbeauftragten offen

Offen ist zurzeit noch die Frage, wer künftig Notdienstbeauftragter sein wird. Bisher hat sich Michael Funke auch um den ärztlichen Bereitschaftsdienst gekümmert. Bis Ende des Jahres wird er das auch noch tun. Diese Funktion ist nicht an den Vorsitz des Ärztevereins gebunden. Funke hat aber keine Sorge, einen Nachfolger zu finden. „Das ergibt sich“, ist er überzeugt.

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Magdalene Quiring-Lategahn

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