Stadt will Schul-Hausmeister neu organisieren, Rektoren befürchten schlechtere Qualität

dzLüner Schulen

Hinter den Kulissen arbeitet die Stadt an einer Neuausrichtung der Hausmeisterdienste an den Schulen. Dabei sollen wirtschaftliche Aspekte nur eine Nebenrolle spielen. Ist das wirklich so?

Lünen

, 29.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die von der Stadt geplante Optimierung der Hausmeisterdienste an Lüner Schulen bereitet den Schulleitern mehrheitlich Sorgen.

„Wir befürchten, dass sich die Qualität der Dienstleitungen weiter verschlechtern wird und das hier vornehmlich wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen.“ Das sagte ein Schulleiter - „auch stellvertretend für meine Kollegen“-, der seinen Namen nicht veröffentlicht wissen will, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Hausmeisterdienste kosteten 2018 etwa 2 Millionen Euro

Die Stadt bestätigte Dienstag (25.) auf Anfrage, dass die Hausmeisterdienste „reorganisiert“ werden sollen. Diese Dienste werden im Auftrag der Schulverwaltung von Mitarbeitern der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) erbracht. Das hat die Stadt im vergangenen Jahr etwa 2 Millionen Euro gekostet.

Wie es bei der Stadt weiter hieß, kümmern sich bei ZGL rund 18 Mitarbeiter um 26 Schulgebäude. Und genau hier setzt die sogenannte Reorganisation der Hausmeisterdienste an. Laut Stadtsprecher Benedikt Spangardt soll das Ganze so funktionieren:

„Die Mitarbeiterzufriedenheit soll verbessert werden. Dadurch wird die Effizienz der Arbeit und die Qualität der Arbeitsergebnisse gesteigert. Durch die höhere Qualität der Arbeitsergebnisse wird die Nutzerzufriedenheit erhöht.“

Durch eine Reorganisation von Arbeitsorganisation und Arbeitsabläufen würden die Aufgaben der Schulhausmeisterdienste effizienter und kostenschonend erbracht, sagte Spangardt weiter:

„Bei der Reorganisation der Hausmeisterdienste ist die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit lediglich ein Teilaspekt. Eine Zielvorgabe bezüglich einer Einsparung in einer bestimmten Größenordnung gibt es nicht.“

Schulleiter reden auch mit ZGL

Davon sind längst nicht alle Schulleiter überzeugt. Auch deshalb soll es in Kürze Gespräche der Schulleiter mit der Stadt und mit ZGL geben. Im Rahmen dieser Gespräche soll nicht zuletzt geklärt werden, welche Tätigkeiten zu denen eines Schulhausmeisters zählen.

Geregelt ist das nach Angaben der Stadt grundsätzlich im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes und weiteren, von den Tarifparteien verabschiedeten, Arbeitsanweisungen.

Danach hat der Schulhausmeister grundsätzlich für Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit in den Schulgebäuden und auf dem Schulgrundstück zu sorgen.

Außerdem führt der Schulhausmeister kleinere Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten selbst aus. Mängel, die er nicht selbst beseitigen kann, meldet er unverzüglich dem Schulleiter und der zuständigen Verwaltungsdienstelle.

Vier Schulbezirke geplant

Damit das Ganze, wie von der Stadt geplant, künftig mitarbeiterfreundlicher und effizienter abläuft, will die Verwaltung die Schulliegenschaften im Stadtgebiet in vier Schulbezirken bündeln.

„Die Bezirke Süd, Mitte, Nord und West werden wiederum in Aufgabenfelder untergliedert, welche von Schulhausmeistern betreut werden“, so Stadtsprecher Spangardt auf Nachfrage. Damit sollen Synergien gehoben, Mitarbeiter entlastet und die Qualität gesteigert werden.

„Durch die Bildung von Schulbezirken können sich die Mitarbeiter besser gegenseitig unterstützen. So kann optimal auf die Leistungs- und Altersstruktur der Mitarbeiter eingegangen werden. Gleichzeitig sollen die Mitarbeiter durch Fortbildungen weiter qualifiziert werden und die Sachausstattung soll weiter verbessert werden“, so der Stadtsprecher. Was am Ende von den Plänen der Schulverwaltung übrig bleibt, ist abzwarten. Dazu finden wie gesagt noch Gespräche mit den Schulleitern statt. Das Thema steht außerdem auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bildung und Sport am 3. Juli im Rathaus.

Schulen und Bezirke

  • Zum Schulbezirk Süd zählen die Standorte der Schule am Lüserbach, die Ludwig Uhland-Realschule, die Standorte der Oberbergschule und die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule.
  • Zum Schulbezirk Mitte zählt die Geschwister-Scholl-Gesamtschule, das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Heinrich-Bußmann-Schule und die Standorte der Osterfeldschule.
  • Zum Schulbezirk Nord gehört das Schulzentrum Altlünen, die Viktoria-Grundschule, die Matthias-Claudius-Grundschule, die Gottfriedschule, die Kardinal-von-Galen-Schule und die Schule am Heikenberg.
  • Der Schulbezirk West setzt sich aus der Profil- und Elisabethschule, der Schule auf dem Kelm, der Wittekindschule und der Realschule Brambauer zusammen.
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