Offiziell darf der Spielplatz "Auf dem Kelm" nur von Kindern bis 14 Jahre genutzt werden. Die Realität sieht ganz anders aus, sagen die Anwohner. © Claeßen
Kinder und Jugendliche

Lünen lässt Altersgrenze auf Spielplätzen wegfallen

Bisher waren öffentlichen Spielplätze in Lünen nur für Kinder bis maximal 14 Jahren freigegeben. Das soll sich nun ändern - die Altersgrenze fällt weg. Ein Hintertürchen gibt es aber noch.

Der Streit um den Spielplatz „Auf dem Kelm“ hat Politik und Verwaltung veranlasst, die Regelung für städtische Spielflächen zu überdenken. Anwohner hatten sich wiederholt beschwert, dass der sanierte Spielplatz in Brambauer häufig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt würde – was den städtischen Regeln widerspricht.

Die Stadt wollte deshalb den Basketballkorb auf dem Gelände abbauen, die Politik war strikt dagegen – und regte stattdessen an, die Altersgrenze zu verschieben, um die Spielplatz-Nutzung auch für Ältere zu ermöglichen.

Das Ergebnis war ein Beschlussvorschlag, den der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung am Mittwoch (16. Juni) einstimmig dem Rat der Stadt Lünen (Sitzung am 1. Juli) empfohlen hat: Die Altersgrenze für städtische Spielflächen fällt komplett weg. „Die bisherige Verordnung entspricht nicht der Lebenswirklichkeit“, begründete Matthias Bork, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Ordnung, den Vorschlag. Vor allem die neuen Spielplätze zum Beispiel in Lünen-Süd oder eben Auf dem Kelm in Brambauer seien nicht ausschließlich für Kinder gebaut. „Auch Jugendliche, junge Erwachsene, Ältere und selbst Senioren sollen sich dort aufhalten dürfen.“

Nutzung nur bis maximal 20 Uhr

Natürlich gelten für die Spielplätze weiterhin klare Regeln. So ist der Genuss von Alkohol, Tabak und anderen „gesundheitsgefährdenden Stoffen“ untersagt. Und nach 20 Uhr ist die Nutzung generell verboten – aus Rücksicht auf die Anwohner und deren Abend- beziehungsweise Nachtruhe.

Für die SPD erklärte Rüdiger Billeb, dass die Entscheidung grundsätzlich richtig, aber eben anlassbezogen sei. „Wir müssen uns bewusst sein, dass es damit an anderer Stelle Probleme geben könnte“, sagte der Politiker mit Blick auf Lünen-Süd, wo der Spielplatz schon jetzt beliebter Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene sei. „Wir sollten da auch unsere Ordnungspartner sensibilisieren.“

Matthias Bork wies darauf hin, dass es der Stadt als Betreiberin möglich sei, durch eine entsprechende Beschilderung das Nutzungsalter gezielt für einzelne Plätze zu beschränken. „In den letzten Tagen hat das Ordnungsamt zudem viele Kontrollen in Lünen-Süd durchgeführt. Dabei hat es auch Ansprachen an Jugendliche gegeben, die unserer Meinung nach gefruchtet haben.“

Die neue Verordnung muss durch den Stadtrat am 1. Juli endgültig beschlossen werden – was nach dem einstimmigen Votum im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung nur noch Formsache sein dürfte. Danach kündigt die Stadt sie im offiziellen Amtsblatt an, eine Woche später tritt sie offiziell in Kraft.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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