Lösung für Florian-Kita in Sicht - aber erstmal nur bis 2020

dzLüner Elterninitiative

Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Elterninitiative Florian. Nun scheint der Fortbestand gefährdet. Die Stadt sieht mittlerweile die Initiative und sich auf einem konstruktiven Weg.

Lünen

, 10.12.2018, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind strukturelle Probleme, die der Elterninitiative Florian Sorgen bereiten. Und die liegen, so Fachdezernent Ludger Trepper im Jugendhilfeausschuss am 4. Dezember, in der Finanzierung nach dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) begründet. Probleme sind es, die Initiativen treffen, die, wie Florian, nur eine Einrichtung betreiben und deren Team aus vor allem langjährigen Beschäftigten besteht, die höhere Gehälter bekommen als jüngere Kräfte.

Trepper: „Bei den Kibiz-Pauschalen wird von durchschnittlichen Personalkosten ausgegangen, also von einer Mischung aus höheren und niedrigeren Gehaltsstufen.“ Im Jahr 2020, das habe das Land angekündigt, werde es eine komplette Neuaufstellung der Finanzierung von Tageseinrichtungen geben.

Solange kann die Elterninitiative Florian natürlich nicht warten. Deshalb gab es Gespräche zwischen deren Vertretern und der Stadt, um eine Lösung zu finden. Dabei habe er den Eindruck, so Trepper im Ausschuss, man sei auf einem konstruktivem Wege.

Umbaumaßnahmen sind geplant

Nach derzeitigem Stand sei es im Gebäude möglich, maximal 45 Kinder zu betreuen. Dafür werden nun die Voraussetzungen geschaffen. Zum einen sollen die Toiletten für die Kinder umgebaut und erweitert werden. „Hier sind wir dabei, die erforderlichen Mittel im Haushalt zusammenzukratzen“, so Trepper.

Das bisherige Leitungsbüro soll künftig ein Gruppenraum werden und wird auch entsprechend umgestaltet. Trepper: „Damit ist es dann möglich, dass die Elterninitiative 45 Kinder betreuen und so den Betrieb aufrecht erhalten kann.“

Die Elterninitiative habe bereits begonnen, Kosten zu reduzieren und die Stadt unterstütze sie dabei, allerdings, so der Fachdezernent, solle es kein Lohndumping geben.

Lösung für Florian-Kita in Sicht - aber erstmal nur bis 2020

Biber Frippe ist das Maskottchen in der Gruppe der älteren Kita-Kinder. © Beate Rottgardt

Dauerhaft werde es allerdings nicht möglich sein, mit den derzeitigen Einnahmen die Einrichtung weiter zu finanzieren. Um das zu schaffen, müsste die Einrichtung nach Einschätzung der Stadt mindestens 3,5 bis 4 Gruppen haben. Dazu wäre jedoch ein Anbau oder ein Neubau nötig. Die Kosten dafür müssten geprüft werden.

Die Elterninitiative werde für die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Januar den Vorsitzenden anschreiben und schildern, in welchem Umfang Planungskosten anfallen würden. Deshalb gab es bei der Dezember-Sitzung noch keinen Beschluss. Nach Ansicht von Gabriele Schimanski (Bündnis 90/Die Grünen) müsste die Kita Florian auch deshalb künftig mehr Kinder betreuen, weil „wir die Plätze in Lünen brauchen“.

Ist ein Neubau günstiger?

Da aber noch niemand weiß, wie die Finanzierung ab 2020 im Land läuft, soll der Betrieb auf jeden Fall bis dahin aufrecht erhalten werden, sagte Trepper. „Die Elterninitiative muss überlegen, ob sie in der Lage ist, 3,5 bis 4 Gruppen zu betreuen“, so Ausschuss-Vorsitzender Detlef Seiler. Falls ja, müssen dann Jugendhilfe-Ausschuss, Haupt- und Finanz-Ausschuss und Rat darüber entscheiden, ob es vielleicht so günstiger ist, neu zu bauen als einen An- und Umbau des Gebäudes an der Florianstraße zu finanzieren.

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