Zum Abschluss der beliebten Veranstaltung „Lyrik und Linsensuppe“ gibt es im Kinofoyer immer Linsensuppe, hier serviert vom engagierten Vorbereitungsteam des Vereins „Dach über dem Kopf". © Foto: Beuckelmann
Wohnungslosenhilfe

Lockdown trifft „Lyrik und Linsensuppe“: Spendenhilfe ist weiter nötig

Eigentlich sollten jetzt wieder „Lyrik und Linsensuppe“ in der Cineworld serviert werden - zum 15. Mal. Doch wegen Corona muss die beliebte Veranstaltung um ein Jahr verschoben werden.

Die Eintrittskarten waren bereits gedruckt. Da hofften die Organisatoren des Vereins „Dach über dem Kopf“, der sich für Wohnungslose einsetzt, noch, dass die beliebte Veranstaltung „Lyrik und Linsensuppe“ 2021 stattfinden könnte.

Doch dann kam der nächste Lockdown mit Kontaktbeschränkungen und der Schließung von Kinos. So stand auch die Cineworld für den Termin am 6. Februar 2021 nicht zur Verfügung.

Nächste VeranstaltungSpenden für WOhnungslose
  • Die nächste Veranstaltung „Lyrik und Linsensuppe“ findet am Samstag, 5. Februar 2022, um 11 Uhr in der Cineworld statt. Der Erlös geht zu 100 Prozent an die Arbeit von „Dach über dem Kopf“.
  • Wer dem Verein und damit den Wohnungslosen helfen will, kann eine Spende einzahlen auf das Konto von „Dach über dem Kopf e.V.“ bei der Sparkasse an der Lippe, IBAN: DE19 4415 2370 0002 2000 20, BIC: WELADED1LUN.

Dabei sollte es eine besondere Veranstaltung sein – schon zum 15. Mal hatten sich bekannte Lüner ihre Lieblings-Gedichte ausgesucht, um sie im größten Saal der Cineworld vor ausverkauftem Hause vorzutragen. Traditionell verraten die Organisatoren vorher nicht, wer bei „Lyrik und Linsensuppe“ liest.

Alle Lesenden haben für 2022 zugesagt

„Wir haben diejenigen, die jetzt lesen sollten, gefragt und alle haben zugesagt, im nächsten Jahr dabei zu sein und dann zu lesen“, freut sich Daniela Blome vom Vorstand von „Dach über dem Kopf“. Sie erinnert sich noch genau daran, wie vor 16 Jahren alles begann. „Wir saßen bei Christina Dörr-Schmidt auf der Dachterrasse und haben überlegt, wie wir Spenden für die Arbeit des Vereins zusammen bekommen.“

Christina Dörr-Schmidt hatte, als sie noch Lüner Bürgermeisterin war, die Initiative für die Vereinsgründung übernommen. Auf der Terrasse überlegte sie mit Daniela Blome und dem Vorsitzenden Ulrich Klink, dass eine Veranstaltung sinnvoll wäre, bei der man Gedichte mit Essen kombiniert. „Ulrich Klink kam dann auf die Idee mit Lyrik und Linsensuppe“, so Daniela Blome.

Blumen für die Lesenden gab es bei einer früheren Veranstaltung von „Lyrik und Linsensuppe“.
Blumen für die Lesenden gab es bei einer früheren Veranstaltung von „Lyrik und Linsensuppe“. © Beuckelmann (Archiv) © Beuckelmann (Archiv)

Die erste Veranstaltung fand im Brauhaus Drei Linden statt. Blome: „Wir hofften, dass nicht nur zehn Leute kommen.“ Die Angst war unbegründet – der Saal war komplett ausgebucht. „Es war so voll, dass wir entschieden haben, einen größeren Raum für die zweite Veranstaltung zu nehmen.“

Als Daniela Blome ihren 50. Geburtstag im Foyer der Cineworld feierte, war ihr klar – das Kino ist bestens geeignet für „Lyrik und Linsensuppe“. Denn man wollte einen neutralen Ort, dachte deshalb nicht an ein Gemeindehaus. Im damals kleinsten Kino-Saal fand die zweite Auflage statt. Weil auch die gleich ausverkauft war, ging es im dritten Jahr in den nächstgrößeren Saal.

„Bevor wir dann aber in den größten Saal wechselten, haben wir lange überlegt. Ob Lyrik in einen so großen Saal passt? Sie passt, wie die vielen begeisterten Besucher der Veranstaltung seit Jahren bestätigen.

Es gibt ein paar Regeln für das Programm. So ist es gelungen, dass bisher kein Lesender zweimal dabei war, immer wieder neue Vorleser gefunden werden. Bei Lyrik, die schon mal vorgetragen wurde, gilt, dass mindestens fünf Jahre vergehen müssen, bis der Text wieder gelesen wird. Ein Thema wird nicht vorgegeben. Und es gehört immer Live-Musik zum Programm.

Mit einem Plakat warben für eine frühere Veranstaltung von „Lyrik und Linsensuppe“: (v.l.) die Veranstalter Daniela Blome, Christina Dörr-Schmidt, Ingo Mallée, Barbara Pufhan sowie Max Biela von der Cineworld.
Mit einem Plakat warben für eine frühere Veranstaltung von „Lyrik und Linsensuppe“: (v.l.) die Veranstalter Daniela Blome, Christina Dörr-Schmidt, Ingo Mallée, Barbara Pufhan sowie Max Biela von der Cineworld. © Foto: Tim Vinnbruch (Archiv) © Foto: Tim Vinnbruch (Archiv)

Der Dank von Daniela Blome und des ganzen Vorstands von „Dach über dem Kopf“ geht an das Team der Cineworld: „Max Biela und seine Kollegen sind so gastfreundlich und hilfsbereit, machen alles für uns.“ Auch die Frau von Betreiber Lutz Nennmann, gehörte schon zum Kreis der Lesenden, der nach Beruf und Alter immer bunt gemischt ist.

Hotelier kochte viele Jahre Linsensuppe

Dankbar ist der Verein auch Hotelier Wolfgang Schene, der viele Jahre lang selbst die Linsensuppe gekocht hat, bis es einfach zu viel für einen Koch wurde. Und die Plakate erinnern an den kreativen, leider schon verstorbenen, Johannes Strauß, der die Entwürfe fertigte. Das letzte Plakat mit der goldenen Wärmedecke ist zum Markenzeichen geworden. Jetzt hofft Daniela Blome, dass am Samstag, 5. Februar 2022, tatsächlich zum 15. Mal „Lyrik und Linsensuppe“ in der Cineworld serviert werden kann.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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