Welche Genderform ist passend und richtig? Die Stadt Lünen hat noch keinen Konsens gefunden. © Nora Varga
Gendersprache

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Gendergerechte Sprache wird an immer mehr Stellen praktiziert, auch bei der Stadt Lünen. Eine einheitliche Linie für gendergerechte Sprache wurde allerdings noch nicht gefunden.

Die Lünerinnen und Lüner, die Lüner:innen, die LünerInnen oder die Lüner*innen all diese Formulierungen versuchen sich an der gendergerechten Sprache. Auf der Internetseite der Stadt Lünen heißt es in einem kleinen Text zur Gendersprache: „Es geht darum, eine Sprache zu finden, die niemanden ausschließt und die Geschlechterklischees entgegenwirkt. Durch Anwendung einer geschlechtergerechten Sprache in der Verwaltungskommunikation werden auch Frauen angesprochen und sichtbar gemacht.“

Vor allem in Pressemitteilungen der Stadt Lünen werden immer beide Geschlechter separat angesprochen. In einer Mitteilung zur Maskenpflicht schreibt die Stadt: „Bürgerinnen und Bürger können und sollten auch in anderen Bereichen der Öffentlichkeit eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, wenn es ihnen sinnvoll erscheint.“ In einem Antrag der Verwaltung an die Stadt Lünen wird die Doppelpunkt-Form verwendet: „können gegen die Gültigkeit der Wahl jede:r Wahlberechtigte“

Während es in den aktuellen Pressemitteilungen der Stadt keine Formulierungen gibt, die nicht gegendert sind, verzichtete der alte und neue Bürgermeister Kleine-Frauns ab und an darauf. In einer Kolumne von Ende Januar schreibt er über die Mitarbeiter*innen des St. Marien Hospital: „Die Klinik ist mit rund 1.500 Mitarbeitern“ und „Selbst aus dem Ausland kommen Patienten nach Lünen.“

Ein Konzept wird erarbeitet

Die Pressestelle der Stadt Lünen erklärt zur Strategie der Stadt Lünen: „Wir als Stadt Lünen möchten, dass sich alle Menschen angesprochen fühlen. Es ist grundsätzlich folgerichtig, diesem Umstand auch sprachlich gerecht zu werden.“ In den Pressemeldungen der Stadt spiegelt sich dieser Grundsatz wider. Eine einheitliche Linie gibt es jedoch noch nicht: „Es gibt bei der Stadtverwaltung derzeit noch keine Vorgabe zum Thema gendersensible Sprache. Wir streben entsprechende Leitlinien an und arbeiten bereits daran.“

Im Gleichstellungsplan der Stadt Lünen heißt es „Gemäß §4 LGG NRW ist in allen städtischen Veröffentlichungen […] der Grundsatz der Gleichberechtigung durch Sprache zu beachten. Dabei sind entweder geschlechtsneutrale Bezeichnungen oder alternativ die weibliche und männliche Sprachform zu verwenden.“

Die Lünerinnen und Lüner scheinen die Veränderung hin zu gendergerechter Sprache nicht abzulehnen. Zwar gäbe es in den Sozialen Medien gelegentlich Kritik. Die Pressestelle der Stadt Lünen: „im Normalfall wird das (zumindest online) gar nicht thematisiert.“

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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