Leiterin der Kita Herz Mariä hört auf - und startet noch einmal durch

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Nach 15 Jahren als Leiterin in der Horstmarer Kita Herz Mariä und 34 Jahren als Erzieherin, wechselt Christine Marzioch nun die Seiten und startet noch einmal ganz neu durch.

Horstmar

, 19.07.2020, 11:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Besonders am Herzen liegen Christine Marzioch die Belange der Erzieherinnen und Erzieher. „Ich möchte die pädagogischen Fachkräfte in ihrer Tätigkeit unterstützen und ihre Bedingungen verbessern“, sagt die 53-Jährige, „damit ihnen Flügel wachsen können.“ Aus diesem Grund hat sie sich noch mit über 50 zu einem grundlegenden Einschnitt in ihrem Berufsleben entschieden. Zu einem Wechsel aus dem pädagogisch praktischen Bereich in den administrativen, konzeptionellen. 2018 hatte sie ein berufsbegleitendes Studium zur Fachwirtin für Erziehungswissenschaft abgeschlossen. „Und jetzt, mit 53 Jahren“, sagt sie und lacht, „starte ich nochmal durch. Mich jetzt schon auf den Ruhestand zu freuen und mich gemütlich ins Kita-Büro zurückzuziehen, das kommt nicht in Frage.“

Profil der Kitas soll gestärkt werden

Christine Marzioch, 34 Jahre lang als Erzieherin tätig, davon die vergangenen 15 Jahre als Leiterin der kath. Kita Herz Mariä in Horstmar, verändert nicht nur ihren Tätigkeitsbereich, sondern auch ihren Arbeitsort: Zum 1. August beginnt sie eine neue Tätigkeit für das Bistum Münster. Als Verbundleiterin ist sie dann für insgesamt vier katholische Kindertagesstätten zuständig. Als Fach- und Dienstaufsicht kümmert sie sich dann um den qualitativen und konzeptionellen Rahmen der Kitas und auch um deren Personalpolitik. Vor allem dem Fachkräftemangel möchte sie entgegen wirken. „Ich habe einfach gemerkt, dass die Erzieher mehr Unterstützung benötigen“, sagt Marzioch. Aber auch in den verschiedenen Kitas das jeweilige Profil zu stärken, zum Beispiel in Bezug auf Sprache, Bewegung oder die Regio-Pädagogik, ist ihr wichtig. „Und allen als Profil gemeinsam ist ja der christliche Glaube. Der soll eben auch gelebt werden, dem möchte ich noch einmal eine andere Qualität geben“, sagt sie. „Dabei muss man dann schauen, welche Schwerpunkte die Erzieherinnen haben, das ist dabei wichtig“, beschreibt sie einen Arbeitsansatz, „denn ein Team ist ja nur dann teamfähig, wenn jeder seine Stärken ausleben kann.“

„Alles in meinem Leben ist zu mir gekommen“

1986 startete Christine Marzioch direkt als stellvertretende Leiterin eines katholischen Kindergartens in Dortmund Hombruch 22-jährig in ihr Berufsleben. Nach einer Babypause von fünf Jahren, wurde sie gefragt, die stellvertretende Leitung der Kita Heilige Familie zu übernehmen. „Meine jüngere Tochter war damals erst anderthalb Jahre alt, aber ich dürfte sie mitnehmen und in der gleichen Kita betreuen“, erinnert sich Marzioch. „Darüber bin ich froh und dankbar.“ Und als 2012 die Kita Herz Mariä gebaut wurde, kam wieder jemand auf sie zu und bot ihr einen Job an: Die Leitung. „Alles in meinem Leben ist irgendwie zu mir gekommen“, bemerkt sie bescheiden.

In den 15 Jahren ihrer Leiterschaft baute sie die Betreuung für unter Dreijährige auf, erarbeitete einen qualitativen Leitfaden, baute die Kita zu einem Familienzentrum aus und schaffte es, dass sie mehrfach als „Pastoraler Ort“ zertifiziert wurde. Fortbildungen zur Hygienefachkraft, Übungsleiterin oder Tanzpädagogin runden das Bild ab.

Am prägnantesten für Christine Marzioch war aber die Zeit, die sie mit den Generationen an Kita-Kindern erlebte. „Wenn Empathie von uns Erzieherinnen vorgelebt wird, dass sich die Kinder angenommen fühlen, dann ist es schön zu sehen, dass wir sie stark und selbstbewusst auf ihren weiteren Lebensweg schicken.“ Bei der Abschiedsfeier hatten Eltern ihr einen Stern überreicht, um ihr zu zeigen, dass sie immer wegweisend für die Kinder gewesen sei.

Die Nachfolge ist bereits geregelt: „Der Name darf offiziell nicht bekannt gegeben werden, da die Verträge noch nicht unterzeichnet sind“, sagt Marzioch, „ Aber es ist jemand ganz nach meinem Interesse, die die Kita in meinem Spirit weiterführen wird.“

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