Leasing-Betrug in Lüner Autohaus: Was wussten Geschäftsführer und Verkaufsleiter?

Amtsgericht Lünen

Der Verkäufer eines Lüner Autohauses hatte mit faulen Verträgen eine Bank ausgetrickst. Während er bereits verurteilt ist, ging es nun darum, was Geschäftsführer und Verkaufsleiter wussten.

von Heinrich Höckmann

Lünen

, 21.08.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Leasing-Betrug in Lüner Autohaus: Was wussten Geschäftsführer und Verkaufsleiter?

Das Amtsgericht Lünen hat das Verfahren gegen den Geschäftsführer und den Verkaufsleiter eines Lüner Autohauses eingestellt. © Bill Oxford / Unsplash

Angeklagt waren der Geschäftsführer und der Verkaufsleiter eines Lüner Autohauses wegen des Vorwurfs des Betrugs. Am Mittwoch (21.8.) wurde das Verfahren im Amtsgericht gegen Zahlung von 8000 Euro für den 55-jährigen Geschäftsführer und 4000 Euro für den 38-jährigen Verkaufsleiter eingestellt.

2015 waren in 32 Fällen Autos an notleidende Firmen veräußert worden, finanziert über Leasingverträge mit einer Bank. Die vereinbarten Leasingraten wurden aber nie gezahlt, die Firmen gingen insolvent. Für die die Bank ein immenser Schaden. Eingefädelt hatte die Geschäfte ein Verkäufer des Autohauses. Pro Autoverkauf hatte er großzügig Provisionen und Cashback-Zahlungen an den Kunden mit finanzieren lassen, jeweils etwa 7000 Euro. Die Leasing-Bank blieb auf ihren faulen Krediten sitzen.

Der Verkäufer wurde vom Landgericht Dortmund bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Den beiden Angeklagten wurde am Mittwoch eine Mitschuld vorgeworfen. Sie hätten die Machenschaften des Verkäufers bemerken müssen und hätten womöglich von den Geschäften profitiert.

Bei einem Rechtsgespräch führten die Verteidiger an, dass die Bank die Bonität der Leasingnehmer hätte prüfen müssen. Die hatte mit einer Anzeige wegen Unterschlagung den Betrug aufgedeckt. Mit dem Lüner Autohaus arbeitet sie weiterhin zusammen.

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