Lasershow statt Silversterfeuerwerk in Lünen? Stadt ist skeptisch

dzGrünen-Antrag

Weniger Müll, weniger Lärm, weniger Feinstaub. Das wünschen sich die Lüner Grünen für die Silvesternacht. Ihre Idee: Eine zentrale Lasershow. Die Lüner Stadtverwaltung ist aber skeptisch.

Lünen

, 05.09.2020, 20:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob eine zentrale Lasershow wohl viele Lüner von eigenen Böllern und Raketen abbringen kann? Die Lüner Grünen wollten, dass die Verwaltung das prüft. Den Auftrag hat die Politik einstimmig erteilt. Die Antwort der Behörde dürfte den Grünen aber nicht gerade Mut machen - was allerdings auch an der Corona-Krise liegt.

Menschen zusammenbringen? Nicht zu Corona-Zeiten

Die Grünen erhoffen sich durch eine solche zentrale Show, dass stadtweit weniger Lärm, weniger Müll und weniger Feinstaub anfällt, weil es viele Menschen eben zur zentralen Lasershow zieht. Das jedoch ist schon das Hauptproblem, zumindest in diesem Jahr. „Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht davon, ,die Menschen zusammenbringen zu wollen‘. In Corona -Zeiten soll jedoch genau das vermieden werden.“ So steht es in der Vorlage der Verwaltung, die am 17. September im Kulturausschuss diskutiert werden soll.

Auch abgesehen davon spricht laut Stadtverwaltung einiges gegen eine solche zentrale Lasershow: Es sei ein Nischenprodukt „mit abgeschwächter Außenwirkung“, die Verwaltung diagnostiziert „fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung“ sowie „fehlende Bereitschaft zur Mobilität an Silvester“ - schließlich gehört für viele der Alkoholgenuss zum Jahreswechsel dazu.

Geld ist dieses Mal nicht das Problem

Die Stadtfinanzen sind zumindest in diesem Jahr kein Problem, auch weil Brunnenfestival und Lünsche Mess ausgefallen sind. Eine Lasershow, etwa auf dem Marktplatz, wäre grundsätzlich möglich, würde rund 15 Minuten dauern und zwischen 5600 und 8300 Euro kosten. Dazu kämen 5000 bis 10.000 Euro für das „Drumherum“, also für Sicherheitsdienst, Müllentsorgung und Co.

In der Vorlage heißt es abschließend: „Die Verwaltung empfiehlt aus aktuellem Anlass und in Anbetracht der vorgenannten Gründe derzeit keine derartig gelagerte Großveranstaltung in das städtische Veranstaltungsportfolio aufzunehmen.“ Das Thema könne gegebenenfalls in späteren Jahren noch einmal aufgenommen werden.

Keine Grundlage für komplettes Verbot

Die Grünen hatten sich für diesen Versuch auch entschlossen, weil eine vollständige Eindämmung des privaten Feuerwerks nicht durchzusetzen ist. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte über 90 Städte, darunter auch Lünen, aufgefordert, dieses Feuerwerk gleich ganz zu verbieten. Die Stadt Lünen sah jedoch keine hinreichende Grundlage, ein solches Verbot auch rechtssicher zu erlassen. Der Städte- und Gemeindebund hatte das ähnlich gesehen. Die DUH hatte Lünen mit angeschrieben, weil eine Messstation an der Frydagstraße deutschlandweit die schlechtesten Feinstaub-Werte verzeichnet hatte.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt