Das LAFP hat seinen Ausbildungsbetrieb wegen Corona erstmal eingestellt. Jetzt ist bekannt, wie lange noch. © Günther Goldstein
Polizeiausbildung

LAFP setzt Corona-Pause fort, Spezialkräfte trainieren aber in Bork

Die Zahl der Infizierten bleibt hoch. Frühestens nach Ostern wird das LAFP daher wieder den Ausbildungsbetrieb für junge Polizistinnen und Polizisten aufnehmen. Spezialkräfte üben dennoch.

Laute Detonationen waren am Montagabend zwischen Lünen und Selm zu hören. Am dunklen Himmel zuckten rote Lichter. Es rumste und knallte zehn Minuten lang. Anwohner fragten sich besorgt, was da los ist. Die Kreispolizeibehörde konnte sie beruhigen: eine Übung von Spezialkräften der Polizei auf dem Gelände des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei in Bork. Dass das LAFP zurzeit wegen hoher Infektionszahlen den Ausbildungsbetrieb ausgesetzt hat, stehe dazu nicht im Widerspruch, betont Victor Ocansey, Sprecher des LAFP.

„Es handelte sich um ein reguläres Training der Spezialeinheiten der Polizei NRW“, sagte Ocansey: also Fortbildung und nicht Ausbildung. Die Spezialkräfte des Landes müssten immer in Form sein, um auf die unterschiedlichen Einsatzlage gut vorbereitet zu sein. Das ehemalige Bundeswehrgelände in Selm eigene sich für solche Übungen unter freiem Himmel gut. Sowohl dort als auch auf anderen Trainingsflächen der Polizei NRW würden dabei auch Pyrotechnik und sogenannte „Detonationsgeräusche“ eingesetzt: die Laute Knallerei, die am Montagabend über mehrere Kilometer zu hören war.

Übung mit Detonationsgeräuschen

Die Lautstärke ist durchaus gewollt. Die Trainings solcher komplexen Einsatzlagen erfolgen stets unter möglichst realistischen Bedingungen, sagt Ocansey. Bei großen Einsatzlagen wie Demos und Fußballspielen und Bedrohungslagen wie Amokläufe und Terroranschläge kommen die Einsatzkräfte vor Ort in gefährlichen Kontakt mit Pyrotechnik, auch mit Molotowcocktails. „Unsere Polizistinnen und Polizisten der Spezialeinheiten und auch zum Beispiel des Wachdienstes müssen im realen Einsatz sicher und professionell allerorts in NRW, rund um die Uhr und das an 365 Tagen im Jahr für die Sicherheit der Menschen agieren“, sagt Ocansey. Das müsse regelmäßig möglichst realitätsnah trainiert werden. Selbstverständlich, sagt Ocansey, werde das vorher beim Ordnungsamt der Stadt Selm angemeldet.

Während der Fortbildungsbetrieb auf dem Gelände in Bork unter besonderen Hygienemaßnahmen weiter läuft, ist die die Ausbildung dort seit dem 17. März ausgesetzt – in Folge von vermehrt aufgetretenen Infektionsfällen. Am Donnerstag, 18. März, waren 21 der rund 700 Mitarbeitenden und 6 der 600 Studierenden nachweisbar infiziert: insgesamt 27 Menschen. Fünf Tage später, am Dienstag, 23. März, 10 Uhr, waren es 28: elf Studierende und 17 Beschäftigte, wie LAFP-Sprecherin Sevinc Sethmacher auf Anfrage mitteilt.

Am 6. April könnte Betrieb wieder starten

Das LAFP hat darauf reagiert. Nach jetzigem Stand sei eine Wiederaufnahme der Ausbildung am Standort Selm ab dem 6. April geplant, sagt Sethmacher. Das ist der Dienstag nach Ostern.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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