Kunstnester für Schwalben: Umweltschützer und Bauverein holen Vögel zurück in die Innenstadt

Montage am Mittwoch

Mit einem Hubsteiger waren die Handwerker am Mittwochmorgen mitten in der Lüner Innenstadt aktiv. Ihr Ziel: Mehlschwalben die Möglichkeit geben, sich hier wieder anzusiedeln.

Lünen

, 06.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kunstnester für Schwalben: Umweltschützer und Bauverein holen Vögel zurück in die Innenstadt

Bauverein und Umweltschützer haben veranlasst, dass am Lippezentrum künstliche Nester für Schwalben angebracht wurden. © Fröhling

„Noch vor 15 Jahren gehörten die flitzenden, blauweißen Mehlschwalben am Himmel in der Innenstadt zum Stadtbild“, erinnert sich Fritz Angerstein, Vorsitzender des Lüner Arbeitskreises für Umwelt und Heimat.

Inzwischen seien sie dort weitgehend verschwunden. Das Insektensterben, aber auch mangelnde Nistmöglichkeiten, führten zu einem Rückgang der Schwalbenpopulation. Mehlschwalben kleben ihre Nester mit Lehm- und Schlammteilchen unter die Dachtraufen an Hauswände. Mancher Hausbesitzer hat die Nester abschlagen lassen, weil ihn die Kotspritzer der Schwalben störten.

Umweltschützer freuen sich über Umdenken

„Inzwischen gibt es aber bei manchen Bürgern ein Umdenken“, so Angerstein. So wurden Mehlschwalben im Brusenkamp II wieder heimisch, weil Hausbesitzer Kunstnester an ihrem Giebel anbringen ließen. Auch der Bauverein hat am Wiesengrund an seinen Häuserblocks Nester anbringen lassen, die von den Vögeln auch angenommen wurden.

Nun erklärte sich der Bauverein auf Anfrage des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat bereit, am Lippezentrum in der Innenstadt Kunstnester anzubringen. Für diese Aktion spendete der Arbeitskreis auch Nester. Sie wurden am Mittwochmorgen montiert. Weil Mehlschwalben sich besonders gerne in der Nähe von Gewässern aufhalten, bleibt zu hoffen, dass sie sich hier am Lippeufer bald wieder ansiedeln, heißt es vom Arbeitskreis.

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