Kreuz abgebrochen: Restaurierter Bildstock von St. Marien beschädigt

dz„Heilige Familie“

Nicht lange hatte die St.-Marien-Gemeinde Freude an ihrem restaurierten Bildstock „Heilige Familie“ an der Laakstraße. Nach anderthalb Wochen war er beschädigt worden. Das Kreuz ist weg.

Nordlünen

, 27.08.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dreck, Graffiti, abgebrochene Zierspitzen und abgeblätterte Farbe: Der Bildstock „Heilige Familie“ an der Laakstraße hatte seine besten Zeiten hinter sich. Er war unansehnlich geworden. Vor dreieinhalb Jahren hatte die St.-Marien-Gemeinde daher für das Denkmal eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Der Bildstock sollte wieder ein Schmuckstück werden. Er hat eine lange Geschichte. Bis Anfang der 60er Jahre war das Wegebild eine Station der früheren Feldprozessionen.

Dank vieler Geldgeber, darunter des Lions Clubs und des Bistums, sind bisher über 10.000 Euro zusammen gekommen. Im Mai konnte sich Restaurator Dr. Christoph Hellbrügge aus Ascheberg dem religiösen Andachtsbild mit Maria, Josef und dem Jesus-Kind widmen. Um den Stein kümmerte sich Bildhauer Sebastian Springer. Wie alt der Bildstock ist, ist nicht bekannt, sagt die Verwaltungsreferentin der Kirchengemeinde, Beate Galler. Man wisse aber, dass er nicht immer an der Laakstraße stand.

Der Bildstock vor der Restaurierung: Da ist das Kreuz mit der Weltkugel noch da.

Der Bildstock vor der Restaurierung: Da ist das Kreuz mit der Weltkugel noch da. © Galler

Neuer Bart für Josef

Die Restauratoren nahmen sich der Schäden an. Sie sorgten auch dafür, dass der ursprünglich lange Arm von Jesus und die großen Hände des Josef angepasst wurden. Josef bekam zudem einen neuen Bart. Mit Fotos aus der Werkstatt wurde die Gemeinde über die Fortschritte auf dem Laufenden gehalten.

Vor anderthalb Wochen konnte der restaurierte Bildstock zur Freude der Gemeinde wieder an seinen angestammten Platz an der Laakstraße neben der Kindertageseinrichtung St. Norbert zurückkehren.

„Die Farbe ist noch nicht richtig trocken und schon haben Unbekannte das Kleinod beschädigt“, ist Beate Galler entsetzt. Man sei in der Gemeinde „völlig traurig“. Ziel des unbekannten Täters war wohl das kleine Messingkreuz, das in die Weltkugel eingelassen war. Das Jesuskind hält sie in der Hand. Weil das drei mal zweieinhalb Zentimeter kleine Kreuz herausgebrochen wurde, zerfiel die Weltkugel in zwei Hälften.

„Maßlose Ignoranz“ des Täters

Viele Menschen hätten sich über Restaurierung gefreut. Eigentlich sollte der Bildstock noch der Öffentlichkeit übergeben werden, „doch das ist in Corona-Zeiten schwierig“, so Galler. Die „maßlose Ignoranz“ des Täters habe viele in der Gemeinde schockiert.

Jetzt ruft St. Marien alle Nachbarn und Spaziergänger dazu auf, auf die „Heilige Familie“ und den Bildstock zu achten. Sollte jemand Hinweise zum Täter geben können, kann er sich an die St.-Marien-Gemeinde wenden.

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