Kreis zu Lüner Zahlen: „Müssen kein Mehrfamilienhaus unter Quarantäne stellen“

dzCoronavirus

Dass die Zahl der Corona-Infektionen im Vergleich zum Kreis Unna und den Nachbarstädten in Lünen stetig steigt, ist laut dem Kreis kein Grund zur Beunruhigung - sondern „reiner Zufall“.

Lünen

, 08.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Vergleich zum gesamten Kreis Unna und den dazugehörigen, einzelnen Städten, steigt die Zahl der vom Kreisgesundheitsamt registrierten Corona-Infektionen in Lünen seit Tagen stetig an.

Die bisherigen Höhepunkte bei den Neuinfektionen bildeten der 30. April mit fünf und der 1. Mai mit sechs Neuinfizierten. Im Zeitraum 4. Mai bis 7. Mai stieg die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Personen täglich um drei.

Trotz dieser Entwicklung, die viele unserer Leser beunruhigt, gibt man sich beim Kreis Unna gelassen. Dass die Zahl der Fälle in den vergangenen Tagen in der Lippestadt kontinuierlich zugenommen habe, sei „reiner Zufall“, sagte eine Kreissprecherin am Freitag (8. Mai) im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das hat auch nichts mit den Fällen vom 30. April und 1. Mai zu tun.“

Dazu hatte die Kreissprecherin Anfang dieser Woche erklärt, dass es sich um Infektionen in einem familiären Umfeld handele. Ein Pflegeheim sei nicht betroffen, hieß es weiter und dass Infektionen dieser Art durchaus mal vorkämen: „Die Infektionszahlen steigen nur leicht, große Probleme gibt es nicht.“ Daran soll sich in der Zwischenzeit auch nichts geändert haben.

„Wir müssen in Lünen auch kein Mehrfamilienhaus unter Quarantäne stellen“, antwortete die Kreissprecherin auf eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion am Freitag. Unbeantwortet blieben derweil folgende Fragen:

  • Was heißt familiäres Umfeld?
  • Ist damit eine Großfamilie gemeint?
  • Lebt die Familie unter einem Dach (Wohnung, Haus, Mehrfamilienhaus)?

Offen blieb Freitag auch, wie viele Menschen Kontakt mit den Neuinfizierten vom 30. April und 1. Mai hatten und gemäß den Vorschriften unter häusliche Quarantäne gestellt wurden. Dazu machte die Kreissprecherin keine Angaben: „Ich weiß es einfach nicht.“

Unterdessen steht seit gut einer Woche ein großes Mehrfamilienhaus in Castrop-Rauxel unter Corona-Quarantäne. Am Donnerstag (7. Mai) ließ die Stadt den Wohnkomplex zusätzlich mit einem Bauzaun einzäunen.

Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes umstellen das Gebäude rund um die Uhr, doch das weitläufige Gelände ist schwer zu kontrollieren.

In dem Wohnkomplex waren zunächst 15 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Am 30. April hat das Deutsche Rote Kreuz daraufhin in diesem und in einem weiteren Wohnhaus Corona-Massentests durchgeführt, insgesamt wurden mehr als 200 Menschen in ihrer Wohnung getestet. Mittlerweile sind in dem unter Quarantäne stehenden Haus 27 positiv getestete Fälle bestätigt.

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