Viele Kinder aus Lünen und Selm besuchen die Fr.-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen-Heil. Weil die aus allen Nähten platzt, wäre eine neue Schule am Wohnort der vielen Schüler aus Sicht der SPD die beste Alternative. © Marcel Drawe
Förderschulen im Kreis Unna

Kreis-SPD plädiert: In Lünen soll die neue Förderschule gebaut werden

Geht es nach dem Willen der SPD-Fraktion im Kreistag, dann soll in Lünen eine neue Förderschule für die Geistige Entwicklung von Kindern gebaut werden. Bei der Stadt freut man sich darüber.

Drei statt bislang zwei eigenständige Förderschulen für Geistige Entwicklung im Kreis Unna – das beschloss der Kreistag im Juni 2020. Die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen-Heil und die Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede sollen so entlastet werden. Denn trotz fortschreitender Inklusion stoßen die beiden vorhandenen Förderschulen im Kreis Unna an ihre Kapazitätsgrenzen, vor allem die Schule in Heil.

Lünen ist schon lange im Gespräch

Schon unter dem Fraktionsvorsitz von Brigitte Cziehso war Lünen für einen weiteren Standort ins Gespräch gebracht worden, nun stellt die SPD-Fraktion im nach den Wahlen neu konstituierten Kreistag erneut einen Antrag, in dem die größte Stadt im Kreis Unna als Standort ins Gespräch gebracht wird. „SPD-Kreistagsfraktion fordert Neubau einer Förderschule in Lünen“ heißt es darin.

„Wir wollen den Landrat dazu auffordern, zügig Gespräche mit der Stadt Lünen zu führen“, erklärt Simone Symma, Kreistagsmitglied und Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Bildung, die zentrale Forderung des gestellten Antrags.

Obwohl mehrere Städte im Nordkreis ins Auge genommen wurden, spreche vieles für Lünen als Standort, erklärt Symma. „Die Bodelschwingh-Schule wird von vielen Schülerinnen und Schülern aus Lünen und Selm besucht. Gerade für Kinder mit geistigem Förderbedarf sind aber kurze Wege wichtig. Die müssen wir nicht komplett durch den Kreis karren.“ Wenn diese Vielzahl an Kindern und Jugendlichen wohnortnah zur Schule gehen könnte, würden lange Beförderungswege vermieden.

Positive Signale aus der Stadt Lünen

“Es freut die Stadtverwaltung, dass die SPD-Kreistagsfraktion als Initiatorin dieses Beschlusses der Auffassung ist, dass diese Förderschule in der bevölkerungsreichsten Stadt des Kreises angesiedelt werden soll“, heißt es auf Nachfrage bei der Stadt Lünen. „Es freut uns unter anderem deshalb besonders, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Lünen seit dem Beschluss mit viel Engagement Standortvorschläge ausgearbeitet haben“, erklärte Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Denn natürlich sei der Stadt Lünen der Beschluss des Kreistags bekannt gewesen, eine weitere eigenständige Förderschule zu gründen und als mögliche Standorte Flächen in Kamen, Bönen, Unna und eben Lünen in den Blick zu nehmen. „Diese Vorschläge haben wir bereits dem Kreis Unna vorgelegt. Wir stehen dazu im Austausch mit der Kreisverwaltung“, so Spangardt weiter.

Konkrete Standortdebatte wäre verfrüht

„Aber über einen konkreten Standort zu sprechen, wäre verfrüht“, sagt Simone Symma, dass man bislang lediglich über einen Ort innerhalb der Lüner Stadtgrenzen spreche, und nicht mehr länger nach Bönen, Kamen oder Unna schauen wolle. „Der Kreistagsbeschluss ist nun ein halbes Jahr alt. Wir wollen mit unserem Antrag nun wieder Bewegung in die Sache bringen“, sagt Symma, die guten Mutes ist, damit auch durchzukommen. „Den anderen Fraktionen liegt der Antrag vor – und wir haben bislang keine negativen Rückmeldungen erhalten“, sagt die Kreistags-Politikerin.

Dem Elternwillen muss Rechnung getragen werden

Doch die Zeit, die man sich zugestanden habe, um mit Blick auf die Inklusion das Anmeldeverfahren der Eltern zu beobachten, sei nun auch vorbei. „Trotz aller Inklusionsgedanken entscheiden viele Eltern, dass ihr Kind auf einer Förderschule besser aufgehoben ist. Diesem Verhalten müssen wir Rechnung tragen. So lange die Anmeldezahlen so sind, müssen wir investieren. Die Eltern wollen ihre Kinder gut beschult wissen.“ Symma hofft daher, dass die neue Schule schon Ende 2025 steht und bezugsfertig ist. „Das Ende dieser Legislaturperiode muss unser Ziel sein“, so Symma.

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