Kehren zurück in ihre Brutreviere: die Kraniche. Dieses Foto entstand am 16. Februar. © Sylvia vom Hofe
Naturschauspiel

Kraniche kehren zurück: Rückreisewelle kündet von Frühlingsgefühlen

Es wird Frühling. Um das zu erkennen, bedarf es keines Wetterberichts und auch keines Thermometers. Ein Blick in den Himmel genügt. Dort zeigt sich eine frühe Rückreisewelle.

Sie sind wieder da. Noch bevor sie sich am dunstigen Himmel zeigen, lassen sie ihre Trompetenstimmen vernehmen. Seit Dienstagabend sind mehrere Kranichverbände über Lünen und Selm gen Norden geflogen: ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Winter jetzt zu Ende ist und der Frühling kommt.

Zuletzt hatten sich die Vögel des Glücks, wie die Tiere mit einer Flügelspannweite von mehr als 2,20 Metern auch heißen, am zweiten Weihnachtstag hier blicken lassen – allerdings auf dem Weg in Richtung Süden. Nicht ganz zwei Monate später geht es schon wieder zurück nach Norden. Erste Gruppen waren bereits Anfang des Monats gestartet. Für Dienstag (16.2.) hatten die Experten des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) über NRW besonders viele Trupps beobachtet. Am darauf folgenden Mittwoch über Rheinland-Pfalz und Hessen.

In der Summe: ein unaufhaltsamer Drang, möglichst schnell aus Frankreich und Spanien zurück ins nördliche Brutgebiet zu kommen und sich dort einen der besten Plätze zu ergattern. Ziele der Vögel sind vor allem Skandinavien und das Baltikum, zunehmend aber auch Nord- und Ostdeutschland.

Und wenn der Winter doch noch mal zurückkehrt?

Bedeutet die Rückkehr der Kraniche, dass jetzt auch Schluss ist mit Eis und Schnee? Für das bevorstehende Wochenende, für das Meteorologen Temperaturen von mehr als 15 Grad angesagt haben, mag das stimmen. Eine Garantie ist es aber nicht. Der Nabu erinnert an den März 2013, als der Winter noch einmal zurückkehrte mit Minusgraden und Schnee. Die Kraniche haben daraufhin ihren Heimflug unterbrochen und an der Kaltwetterfront gewartet – zusammen mit anderen Zugvögeln. Manche sind auch wieder ein Stück zurückgeflogen bis zur Schneegrenze.

Wie sich Gänse und Kraniche unterschieden lassen

Das Naturschauspiel am Himmel verfolgen jedes Jahr zahlreiche Naturfreunde wie Peter Strube aus Lünen. Seine Fotos zeigen eindrucksvoll, wie leicht sich Kraniche und Wildgänse im Flug unterscheiden lassen – für den Fall, dass man mal die charakteristischen Trompetenrufe der Kraniche einmal nicht vernehmen sollte. Beide Vogelarten fliegen in der typischen Einser-Formation.

Das Foto von Peter Strube zeigt eindrucksvoll die Langen Beine der Vögel, die unter den Schwanzfedern hervorschauen. © Strube © Strube

Von Gänsen können die Beobachter vom Boden aus aber nur die Schwingen und die langgestreckten Hälse sehen, von Kranichen auch noch die Beine. Sie sind so lang, dass sie über die Schwanzfedern hinaus reichen.

Lange Beine braucht der 1,10 bis 1,30 Meter große Vogel am Ziel. Sein Nest baut er dort nämlich nicht in einem hohen Baumwipfel oder einer geschützten Höhle, sondern am Boden: idealerweise umgeben von knietiefem Wasser, durch das er noch bequem waten kann – seine Feinde aber möglichst nicht.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
Zur Autorenseite
Sylvia vom Hofe

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.