Konzert, Zierkirsche und Distanz-Frühstück: Wie Lünen in der Corona-Krise Ostern feiert

Ostern und Corona

Während der Ostermontag sich eher kühl gibt, war der Ostersonntag ein perfekter Feiertag - wären da nicht Corona-Krise und Kontaktsperre gewesen. Einige Lüner haben das Beste draus gemacht.

Lünen

, 13.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sonne und 25 Grad sorgten für viel Betrieb am Kanal und am Preußenhafen.

Sonne und 25 Grad sorgten für viel Betrieb am Kanal und am Preußenhafen. © Goldstein

Sonne, 25 Grad, kaum Wind - was will man mehr? Doch das Coronavirus machte Ostern einen Strich durch die Rechnung. Das Fest der Auferstehung konnte - wenn überhaupt - nur mit gebührendem Abstand gefeiert werden.

Davon ließ sich Sarah Anne Barrat jedoch nicht abschrecken: „Da meine Großeltern nicht nach draußen können, haben wir uns dazu entschlossen Sie am Balkon zu besuchen“, schreibt sie unserer Redaktion. Die Oma hätte daraufhin einen schönen Tisch zum Frühstück gedeckt. „Wir haben viel gelacht und haben kleine Ostergeschenke überreicht - es war wirklich schön!“

Sonne und 25 Grad sorgten für viel Betrieb am Kanal und am Preußenhafen.

© Goldstein

...während die Großeltern in sicherer Distanz auf dem Balkon saßen.

...während die Großeltern in sicherer Distanz auf dem Balkon saßen. © Barratt

Wirklich schön - zu diesem Urteil kommt auch Ernst Braun, wenn er sich einen besonderen Baum in Brambauer ansieht: „Pünktlich, wie in jedem Jahr, erstrahlt in die wunderbare Blüte der Japanischen Kirsche“, schreibt er der Redaktion. „Es ist ein erhabenes Gefühl bei Sonnenschein unter dieser Blütenpracht zu stehen.“ Da kann man Corona auch mal kurz vergessen - aber wirklich nur kurz, denn: „Leider ist dieses Ereignis nur von kurzer Dauer.“

Die Japanische Zierkirsche in Brambauer steht derzeit in voller Blüte.

Die Japanische Zierkirsche in Brambauer steht derzeit in voller Blüte. © Braun

Ebenfalls nur kurz, aber umso herzlicher war die Aktion, die an Karsamstag ebenfalls in Brambauer - genauer: In den Hülsen - stattfand: Das Duo Honigmut aus Lüdenscheid sollte eigentlich ein Geburtstagskonzert im Wohnzimmer von Ulrich von Reppert spielen. Der hatte die Musiker für seine Frau gebucht, doch das Konzert konnte beziehungsweise durfte nicht wie geplant stattfinden.

„Die Beiden nahmen das zum Anlass, auch einmal außerhalb Lüdenscheids, wo diese Aktion schon öfter stattfand, Präsenz zu zeigen“, berichtet von Reppert unserer Redaktion. Natürlich sei vorher auf die Regeln hingewiesen worden - und alle Nachbarn hätten sich auch daran gehalten: „So stand bei schönstem Wetter ungetrübtem Musikgenuss nichts im Wege“, schreibt Ulrich von Reppert. „Es war schön soviel strahlende Gesichter zu sehen. Die beiden Musiker sorgten dafür, dass sich die Nachbarschaft vor den Häusern zu sehen bekam und aus der Entfernung zuprostete.“

Das Duo "Honigmut" aus Lüdenscheid konnte ein geplantes Wohnzimmerkonzert nicht spielen - da verlagerte es seinen Auftritt kurzerhand auf die Straße "In den Hülsen" in Brambauer.

Das Duo "Honigmut" aus Lüdenscheid konnte ein geplantes Wohnzimmerkonzert nicht spielen - da verlagerte es seinen Auftritt kurzerhand auf die Straße "In den Hülsen" in Brambauer. © von Reppert

Auf Entfernung bedacht waren auch die meisten Besucher des Preußenhafens, die dort am Ostersonntag die Sonne genossen. Auch entlang des Kanals traf unser Fotograf Günther Goldstein viele Radfahrer, die das Fest der Auferstehung mit dem passenden Wetter feiern wollten.

Ulrich Roters hatte an Ostern nicht mit Besuch gerechnet. „Und doch klopfte jemand an unsere Balkontür, und das noch ohne Mundschutz.“ Ob er wirklich der erste seiner Art in diesem Jahr ist, wie Roters vermutet, können wir nicht überprüfen. Seinem Wunsch schließt sich die Redaktion aber gerne an: „Schöne Ostergrüße und bleiben sie gesund!“

Ein Maikäfer besuchte Ulrich Roters auf dem Balkon.

Ein Maikäfer besuchte Ulrich Roters auf dem Balkon. © Roters

Lesen Sie jetzt