Wird als ein potenzieller Ort für die Einrichtung eines Corona-Impfzentrums gehandelt: Die Kreissporthalle in Unna. Noch ist in dieser Sache aber keine Entscheidung getroffen worden. © Anna Gemünd

„Knackiger Zeitplan“: Vor Weihnachten soll im Kreis Unna ein Corona-Impfzentrum stehen

Im Kreis Unna soll bis Jahresende die Struktur für ein Corona-Impfzentrum stehen. Die Frage nach dem „Wann“ ist also beantwortet. Hinter dem „Wo“ und „Wie“ stehen aber noch Fragezeichen.

Ein Projekt, viele Fragen, kaum Antworten: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Montag per Videoschalte mit Landräten und Oberbürgermeistern aus Nordrhein-Westfalen über die Einrichtung von Corona-Impfzentren beraten.

Was feststeht: Die Struktur der Impfzentren soll bis Mitte Dezember stehen. Wie das NRW-Gesundheitsministerium mitteilt, soll es landesweit mindestens ein Impfzentrum pro Kreis oder kreisfreier Stadt geben. Neben dem Zeitplan gibt es auch ein Grundgerüst, das allen Beteiligten in den kommenden vier Wochen als Voraussetzung für die Planung dienen soll.

Insgesamt sind für die Einrichtung des heimischen Impfzentrums und die Durchführung des Impfens Bund, Land, Kreis Unna und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) verantwortlich. Die Kompetenzen sind wie folgt aufgeteilt:

  • Das Land trägt die Verantwortung für den Gesamtprozess des Impfens einschließlich der Logistik für die Impfstoffe und das Impfzubehör. Dazu gehört unter anderem die Verteilung der Impfstoffe bis hin zu den Impfzentren vor Ort.
  • Der Bund ist für die Beschaffung des Impfstoffs verantwortlich.
  • Die Kassenärztliche Vereinigung koordiniert den medizinischen Teil
  • Der Kreis Unna soll den nichtmedizinischen Teil der Impfumsetzung übernehmen.

Das bedeutet: Der Kreis Unna muss sich in den nächsten vier Wochen vor allem intensiv mit der Suche nach einem geeigneten Standort für das Impfzentrum beschäftigen und sich um die nötige Ausstattung, wie zum Beispiel Möbel, kümmern.

NRW-Minister Laumann ist zuversichtlich, der Kreis Unna zurückhaltend

Zudem liegt auch die Organisation des nichtmedizinischen Personals in der Verantwortung der Kommunen und Kreise. Dieses Personal wird etwa zur Abwicklung der Anmeldungen für die Impftermine vor Ort benötigt. Außerdem soll es auch einen Sicherheitsdienst geben.

Die Pressestelle des Landesministeriums vermeldet jedenfalls, dass die Zuversicht von NRW-Minister Laumann durch das Gespräch mit den Kommunen noch einmal deutlich gewachsen sei, dass die Impfstruktur bis Mitte Dezember stehen wird.

Eine Anfrage ans Kreishaus offenbart diesbezüglich eine eher verhaltene Beurteilung: „Bis Weihnachten soll das alles stehen. Das ist ein ziemlich knackiger Zeitplan“, sagt Kreis-Sprecher Max Rolke. Allgemein gebe es bezüglich der weiteren Planung noch viele offene Fragen. „Wir sind natürlich schon in die Planung eingestiegen“, erläutert Rolke, betont aber zur Einordnung: „Wir warten noch auf einige Infos, mit denen wir weiter planen können.“

Corona-Impfzentrum wird im Kreis Unna vergleichsweise groß sein müssen

Hinsichtlich der Frage, wo im Kreis ein Impfzentrum möglich wäre, fehlten dem Kreis einige Eckdaten, was Voraussetzungen an das Gebäude betrifft: Laut Mitteilung des Landesministeriums soll die Größe der Impfzentren sich nach dem Bevölkerungsanteil in dem jeweiligen Kreis oder der Stadt richten. Für den Kreis Unna als verhältnismäßig bevölkerungsreichen Landkreis dürften also nur recht große Immobilien in Frage kommen.

Laut Rolke ist es zumindest sehr wahrscheinlich, dass das Corona-Impfzentrum in Unna entstehen soll – und nicht in einer der Nachbarkommunen: „Wir haben viele Orte ins Auge gefasst. Unter anderem denken wir an die Kreissporthalle, in der sich ja bereits das Testzentrum befindet.“ Das sei aber davon abhängig, welche Kriterien es für die Auswahl des Ortes gibt.

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Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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