15 Meter lange Stahlträger hat ein Kran über das vordere Gebäude in den Innenhof des Katholischen Klinikums Lünen/Werne gehievt. Sie bilden das Skelett einer Brücke, die den Bettentrakt mit dem neuen Interventionszentrum verbinden soll. © Günter Blaszczyk
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Klinikum Lünen/Werne: Kran lässt Brückenträger über das Gebäude schweben

Eine Brücke bekommt das Klinikum Lünen/Werne. Sie soll das Bettenhaus mit dem neuen Interventionszentrum verbinden. 15 Meter lange Träger mussten dafür über das Gebäude gehoben werden.

Ein ungewohntes Leuchten werden wohl manche Patienten des Katholischen Klinikums Lünen/Werne am Dienstag (13.10.) um kurz nach 6 Uhr wahrgenommen haben. Der neu aufgebaute 42 Meter hohe Kran testete seine Lichter. Aber nur für einen Moment. Dann hatte der 52 Meter lange Kran-Ausleger andere Aufgaben: Er hievte Träger und Stützen für eine neue Brücke über den D-Bau in den Innenhof.

Die Brücke ist von außen nicht sichtbar. Sie soll künftig den Bettentrakt des B-Baus mit dem vorderen Klinik-Gebäude verbinden. Dort entsteht zurzeit das moderne Zentrum für Patienten mit komplexen Herzerkrankungen oder Schlaganfällen. Acht Millionen Euro nimmt das Klinikum, zu dem das St.-Marien-Hospital Lünen und das St. Christophorus-Krankenhaus Werne gehören, am Standort Lünen in die Hand.

Kran per Funk dirigiert

Bis die vier Herzkatheter-Labore im Frühjahr nächsten Jahres dort eingerichtet werden können, ist noch einiges zu tun. Am Dienstag war der riesige Kran samt Begleitfahrzeug als Schwertransport über die Autobahn nach Lünen gerollt. Bis 6 Uhr musste er sein Ziel erreichen, um den Verkehr nicht aufzuhalten. Schon 30 Minuten später, inklusive Lichtprobe, war der Riese vor dem Krankenhaus aufgebaut worden.

Dann kam der spannende Moment: Per Funk dirigierte ein Mitarbeiter der Kranfirma die Skelett-Teile für die neue Brücke über den Gebäudetrakt. Er ließ tonnenschwere Stahlträger schweben, um sie im Innenhof wieder abzusetzen. Völlig entspannt wirkte die Szenerie. „Das ist für die Mitarbeiter Spielerei“, sagte Ulrich Jasper, technischer Leiter des Klinikums.

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Brückenteile schweben über dem Krankenhaus

Zwei Betten nebeneinander

Die einzelnen Teile, inklusive der Trapezbleche, werden in zwei Tagen zu einer Brücke zusammengebaut. Um die Stützpfeiler der Brücke im Boden zu verankern, sind dort bereits Vorrichtungen vorbereitet worden. Die Brücke ist so breit, dass zwei Krankenhausbetten nebeneinander hergeschoben werden können. Denn Patienten gelangen über diesen Weg von den Vorbereitungs- und Aufwachräumen in die Katheter-Labore. Auf viel Glas, wie bei der Brücke zum Collosseum, habe man bewusst verzichtet, erläutert Ulrich Jasper. Denn das würde sich zu stark aufheizen. Daher soll das Licht über Fensterbänder auf die Brücke fallen.

„Top Liga der Spitzenmedizin“

Das neue Interventionszentrum soll organisatorisch die Behandlung der Patienten optimieren. Zurzeit sind die beiden Herzkatheter-Messplätze auf unterschiedlichen Etagen. Künftig werden vier Katheter-Labore auf einer Ebene sein. Von den vier neuen Geräten, von denen zwei OP-Standard haben, nutzen eins auch die Neuroradiologen. Mit dem neuen Interventionszentrum spiele Lünen in der Top Liga der deutschen Spitzenmedizin, hatte Prof. Christian Perings, Chefarzt der Kardiologie, im Sommer erklärt.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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