Irrfahrt einer 88-Jährigen im Taxi nach Waltrop: Taxifahrer entschuldigt sich. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Krankenhaus

Klinik-Entlassung im Engelhemd: Taxifahrer entschuldigt sich mit Blumen

Im Fall der Seniorin, die im Engelhemd aus der Klinik entlassen wurde und eine Taxi-Irrfahrt erlebte, gibt es eine Entschuldigung: Der Taxifahrer hatte den Beförderungsschein ungenau gelesen.

Für Aufregung bei den Angehörigen hatte die Entlassung einer 88-Jährigen aus der Klinik am Park in Brambauer gesorgt. Die Mutter war im Engelhemd und auf Socken entlassen worden. Ein Taxi fuhr sie zu ihrer ehemaligen Wohnanschrift. Doch die alte Dame lebt inzwischen in einer Kurzzeitpflege. Dort kam sie erst nach einer Irrfahrt über Waltrop an. Dorthin hatte sie der Taxifahrer gebracht, weil die Seniorin zu ihrer Tochter in die Nachbarstadt wollte. Doch dann wusste die leicht demente Dame deren Straße nicht mehr. Es ging also wieder zurück zur alten Wohnanschrift, wo der Taxifahrer von einer Nachbarin die Heimadresse erfuhr. Kosten: 27,80 Euro.

Inzwischen hat sich das Taxiunternehmen entschuldigt. Der Taxifahrer habe den Schein der Beförderungsverordnung nicht richtig gelesen. Wie die Klinik am Park bereits am Freitag (28.5.) auf Anfrage der Redaktion zu dem Fall erklärt hatte, sei die Patientin einem Transportdienst mit einer Beförderungsverordnung übergeben worden. Auf dem Verordnungsformular stehe weiter unten eigens ein Feld für einen Zielort, der von der Wohnadresse abweicht. Das hat der Fahrer übersehen. „So etwas ist bei uns zum ersten Mal passiert und hoffentlich auch zum letzten Mal“, sagt der Chef des Taxiunternehmens. Er will seine Mitarbeiter nochmal nachdrücklich dafür sensibilisieren, die Klinik-Unterlagen genau zu lesen.

Die Familie bekomme das Geld für die Fahrt nach Waltrop zurück. Mit Blumen und Pralinen werde man sich bei der alten Dame für die Aufregung entschuldigen, kündigte der Taxichef an.

Kleiderfrage bleibt unverständlich

Unverständlich für die Angehörigen bleibt allerdings die Kleiderfrage bei der Entlassung aus der Klinik am Park. Laut Familie habe die Tochter nachgefragt, ob sie Sachen vorbeibringen und die Mutter abholen solle. Man habe ihr gesagt, sie brauche sich um nichts zu kümmern. Die Mutter würde zurücktransportiert. Dass sie allerdings im Engelhemd und auf Socken entlassen wurde und so über den Parkplatz ins Auto musste, hat die Familie fassungslos gemacht. Bis heute fehlten die Hose ihres Schlafanzuges und die Pantoffeln, berichtet der Sohn.

Die Klinik hatte zu dem Vorfall erklärt, die Patientin sei notfallmäßig ohne komplette Straßenkleidung aufgenommen worden. Für den Heimtramsport sei die vorhandene Kleidung, zu der ein Sweatshirt gehört, mit Krankenhausausstattung ergänzt worden, inklusive rutschfester Socken. In den Fahrzeugen der Transportdienste sei es üblich, den Patienten zusätzlich eine Decke über die Beine zu legen. Der Sohn sagt, das Sweatshirt sei um die Schultern gelegt gewesen. Hose und Pantoffeln seien nicht da.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
Zur Autorenseite
Magdalene Quiring-Lategahn

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.