Kleinbecker Park: Ausschuss befürwortet Öko-Bauweise und neue Grünanlage

dzStadtentwicklung

Lünen braucht Wohnungen, aber auch Grün. Bei der Zukunft des Kleinbecker Parks prallen diese Interessen aufeinander. Wie auch die Meinungen einiger Politiker im Stadtentwicklungsausschuss.

Horstmar

, 27.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war eine rege Diskussion. Soll der 4600 Quadratmeter große Kleinbecker Park in Horstmar in Teilen bebaut werden oder komplett erhalten bleiben? Zu dem Thema hat es bereits eine Bürgerinformation gegeben. Am Dienstag (25. Juni) stand das weitere Vorgehen im Ausschuss für Stadtentwicklung an.

Hinten dreigeschossige Häuser, vorne Grün

Der Kleinbecker Park war seinerzeit beim Bau der Zechensiedlung angelegt worden, die Stadt sollte ihn pflegen. Doch der Kommune fehlte nach dem Spardiktat von 2007/2008 das Geld. Das Areal blieb sich selbst überlassen. Was dazu führte, dass der Baumbestand inzwischen gelitten habe und Schäden zeige.

Es gab bereits mehrere Ideen für eine Bebauung. Das jüngste Konzept setzt auf hochwertige, dreigeschossige Häuser im hinteren Bereich. Zur Preußenstraße könnte eine neue, öffentlich zugänglich Grünanlage entstehen.

GFL: Mit Klimaschutz nicht vereinbar

Diese Pläne sind umstritten. In einem Änderungsantrag forderte die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL), den Park komplett zu erhalten und auf Bebauung zu verzichten. Die sei mit Blick auf den dringend erforderlichen Umwelt- und Klimaschutz unvereinbar, wie Vorsitzender Prof. Johannes Hofnagel in der Sitzung erklärte.

Für Arno Feller (CDU) hingegen ist das Konzept „ein gutes Beispiel für die Förderung von Wohnungsbau im inneren Bereich.“ Naherholung sei durch Steinhalde und Seepark möglich. Es gehe nicht um die Rodung eines Waldes, sondern um ein marodes Stück Park. Wie solle man jungen Familien erklären, dass sie in Lünen keinen Wohnraum finden und stattdessen Bäume begucken können?

Finanzielle Konsequenzen für die Stadt

Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter, wies auf rechtliche Konsequenzen hin, sollte der Park komplett erhalten bleiben. Es gibt zwar keinen Bebauungsplan, aber ein Baurecht. Der Eigentümer hätte Anspruch auf Entschädigung. Durch Sanierungs- und Sicherungsarbeiten im Park würden der Stadt weitere Kosten entstehen.

SPD schlägt städtebaulichen Vertrag vor

Einen Kompromiss schlug Klaus Lamczick (SPD) vor. Die Stadt solle mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag aushandeln, der ökologische Aspekte beim Bauen berücksichtige, wie begrünte Dächer oder wasserdurchlässige Parkflächen. Dem konnte sich auch die FDP anschließen. Die GFL aber nicht. Sie verwies auf das Bauvorhaben des Bauvereins an der Preußenstraße in unmittelbarer Nähe.

Weitere Gespräche führen

Letztlich stimmte der Ausschuss mehrheitlich dafür, dass die Verwaltung mit Eigentümer und Investor Gespräche über das Baukonzept führen solle, inklusive eines städtebaulichen Vertrags.

Klima gegen wohnungsnot

Klassischer Interessenkonflikt

Quasi zwischen Baum und Borke: So könnte man die Situation der Politiker beschreiben, die über das weitere Vorgehen bei der Entwicklung des Kleinbecker Parks zu entscheiden hatten. Lünen fehlt Wohnraum. Der Klimawandel ist spürbar. Für das Stadtklima sollte Natur erhalten werden. Diesen Konflikt wird es an vielen Stellen in Lünen geben. Es ist immer im Einzelfall abzuwägen. Was den Kleinbecker Park betrifft, ist der Baumbestand in keinem guten Zustand. Es müsste sowieso neu gepflanzt werden. Das geschieht jetzt in dem vorderen, für alle zugänglichen Bereich. Mit der Verpflichtung, ökologisch zu bauen, ist ein guter Kompromiss gefunden.
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