Kita-Chefin nimmt Abschied und hält es mit Pippi Langstrumpf

dzRuhestand

Mit einer Cabrio-Tour ist Lieselotte Morschel, Leiterin der Kita Paul-Gerhardt, in den Ruhestand verabschiedet worden. Ein Satz von Pippi Langstrumpf wird künftig für sie eine Rolle spielen.

Alstedde

, 23.06.2020, 08:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Überraschung war perfekt: Ein Cabrio rollte am Sonntag (21.6.) bei Lieselotte Morschel (64) vor. Die Mitarbeiterinnen hatten für die Leiterin der evangelischen Kita Paul-Gerhardt eine Tour zu Stationen der Erinnerung organisiert. Denn nach 45 Berufsjahren, 40 davon als Leiterin der Einrichtung in Alstedde, verabschiedet sich Lieselotte Morschel in den Ruhestand. Weil in Corona-Zeiten die Gäste nicht zu ihr kommen konnten, fuhr sie im Auto vor. An Bord waren Sekt, Selters und Sonnenmilch. Eine rote Nase hatte die Kita-Chefin am Ende von der Sonne doch, denn in der Aufregung hatte sie die Sonnenmilch ganz vergessen.

Ständchen auf der Trompete

Es wurde ein Tag, der noch lange nachhallt. Unterschiedliche Haltepunkte waren mit Ballons und Wimpeln geschmückt. Das Cabrio hielt bei Pfarrer Paul Martin Wetzel. Er hatte Lieselotte Moschel seinerzeit eingestellt. Seine Frau Petra schmetterte ihr auf der Trompete ein Ständchen entgegen, ein Geschenk bekam sie wegen Corona-Abstand mit der Heckenschere überreicht.

Corona machte eine große Abschiedsveranstaltung unmöglich und so gab es für Lieselotte Morschel eine Rundfahrt zum Einstieg in den Ruhestand.

Corona machte eine große Abschiedsveranstaltung unmöglich und so gab es für Lieselotte Morschel eine Rundfahrt zum Einstieg in den Ruhestand. © Kita Paul Gerhardt

Weiter ging es zu Pfarrer Gottfried Imhoff: „Als ich kam, war sie schon da, als ich ging auch noch“, begrüßte er sie. Das Auto chauffierte Lieselotte Morschel quer durch die Stadt, auch zu Kita-Eltern. Überall gab es gute Wünsche und Präsente. Nach drei Stunden wurde sie von Pfarrerin Bianca Monzel und Jochen Schade-Homann, Fachbereichleiter beim Evangelischen Kirchenkreis, dem Kita-Träger, mit herzlichen Worten in Alstedde empfangen.

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Lieselotte Morschel hat in den 40 Jahren als Kita-Leiterin viele Kinder begleitet, oft auch schon ihre Eltern. Nachdem sie eine Jungschargruppe der Kirche betreute, stand ihr Berufswunsch fest. Als „einzigartig und ehrlich“ erlebt sie Kinder, als bereichernd die Arbeit mit ihnen. Auch wenn sie als Leiterin nicht mehr ganz so engen Kontakt zu ihnen hatten, so „wussten die Kinder doch, dass meine Tür immer offen ist.“

Kinder sind heute freier als früher

Heute seien Kinder freier und aufgeschlossener als früher. Damals hätten viele vor der Schulzeit kaum Kontakte außerhalb der Familie gehabt. Dafür spielten heute Medien eine große Rolle. Wichtig sei es, in der Kita viel vorzulesen, weil das heute in machen Familien zu kurz komme.

Verschiedene Stationen der Erinnerung fuhr der Cabrio mit Lieselotte Morschel an.

Verschiedene Stationen der Erinnerung fuhr das Cabrio mit Lieselotte Morschel an. © Kita Paul Gerhardt

Lieselotte Morschel will im Ruhestand ihre beiden Enkelkinder (9 und 11) in den USA häufiger sehen. Außerdem freut sie sich auf ausgiebige Fahrradtouren. Im Ruhestand wird für sie auch ein Satz von Pippi Langstrumpf für eine Rolle spielen: „Zeit haben, einfach da zu sitzen und zu schauen.“

Die Kita weiß Lieselotte Morschel in guten Händen. Nachfolgerin ist Stefanie Alberternst, die seit elf Jahren schon in der Einrichtung tätig ist. „Ich freue mich, dass das geklappt hat.“

Die Kita Paul Gerhardt hat vier Gruppen, die derzeit mit 81 Kindern belegt sind. 14 pädagogische Mitarbeiterinnen und vier Beschäftigte im Bereich Hauswirtschaft und Haustechnik gehören zum Team.
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