Jutta Timpe ist die Musik in Corona-Zeiten besonders wichtig. © Nora Varga
Stadtkirche St. Georg

Kirchenmusik trotz Corona: Neue Ideen lassen Advent in Lünen klingen

Musik und Kirche gehören fest zusammen, auch in der Corona-Krise ist das so. Kantorin Jutta Timpe versucht, weiterhin Musik zu machen und erfindet ihre Kirchenmusik immer wieder neu.

Schon von der Fußgängerzone aus kann man es hören, wenn man genau aufpasst. Aus der Stadtkirche St. Georg klingt das Orgelspiel von Jutta Timpe. Sie ist seit Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinden Lünen und Brambauer. In der Corona-Krise gibt es für Kirchenmusiker immer neue Herausforderungen.

Seit einiger Zeit sind Gottesdienste unter strengen Auflagen wieder erlaubt und auch Musik ist wieder gestattet. Vier Sänger hinter Plexiglaswänden dürfen den Gottesdienst begleiten. Es sind Konzerte in kleinem Rahmen möglich, Taufen und Konfirmationen werden nachgeholt, alles mit Kontakterfassung und Abstand. „Man ist sehr vorsichtig“, betont Jutta Timpe. Auch gesungen wird im Gottesdienst nicht. „Am Schluss gehen wir raus und singen mit weitem Abstand auf dem Platz“, erzählt die Kantorin. Während der Corona-Pandemie muss die Musik oft auf Umwegen stattfinden.

Auch der Chor darf wieder proben. Solange es das Wetter und die Temperaturen noch zulassen, probt der Chor draußen. Jutta Timpe erinnert sich an eine der ersten Proben: „Als wir uns wieder treffen durften und draußen gesungen haben, war es wunderschön, alle waren glücklich und happy.“ Trotzdem gelte bei allen Proben und Veranstaltungen hohe Vorsicht, denn auch Jutta Timpe weiß: „Singen während Corona ist richtig gefährlich. Manche treffen dann auch die Entscheidung und kommen lieber nicht.“

Am 18.11. (Mittwoch) findet um 19.30 Uhr am Buß- und Bettag ein Blueskonzert in der Stadtkirche St. Georg statt. In dem Blues– und Bettag Konzert tritt das Gregory Gaynor Trio auf.

In der Advents- und Weihnachtszeit sind klassischerweise viele Konzerte geplant, die wegen Corona fast alle ausgefallen sind. Die Kirchen in Lünen suchen, auch ökumenisch, nach Alternativen. Jutta Timpe: „Wir wollen einen digitalen Adventskalender machen bei dem sich hinter den Türchen dann kleine Chorvideos oder Orgelstücke verbergen.“ Auch ein Freilicht-Krippenspiel und kleine Haustürkonzerte könnten dieses Jahr Weihnachten realisiert werden.

Trotz aller Pläne hätten Musiker und Musikliebende in der Corona-Zeit sehr gelitten. Auch Jutta Timpe kennt die Probleme: „Freiberuflichen Musikern geht es richtig schlecht. Ihnen geht es finanziell schlecht, aber auch psychisch, weil sie nicht auftreten können und kein Publikum haben.“

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Da berühren sich Himmel und Erde

Die Besinnung auf die kleinen Gruppen in den Chören habe aber auch schöne Aspekte, erzählt Jutta Timpe lachend: „Die Sänger hören besser aufeinander und die Intonation ist besser geworden.“ Vieles geschieht in der Kirchenmusik im Moment spontan. Auch wenn Jutta Timpe nicht findet, dass Corona Vorteile hat, schaut sie optimistisch auf die vielen neuen Projekte die in den nächsten Wochen und Monaten realisiert werden.

Über die Autorin
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Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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