Kinofestmacher planen kürzere Abschlussgala und längere Party

dz30. Kinofest Lünen

Als 1990 das Lüner Kinofest in der Lichtburg Premiere feierte, ahnte wohl niemand, wie groß die Veranstaltung mal werden würde. Beim 30. Kinofest wird es wohl auch einige Neuerungen geben.

Lünen

, 22.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Manche sagen, es sind doch noch sechs Monate, doch für die Kinofest-Leiter Mike Wiedemann und Sven Ilgner ist es „nur noch ein halbes Jahr“ bis zum 30. Kinofest Lünen. Deshalb laufen bei ihnen die Vorbereitungen auch schon auf Hochtouren. Prominente Gäste werden schon mal bei den derzeit stattfindenden Festivals angefragt und organisatorische Änderungen geplant. Wiedemann ist auch immer mal wieder für kurze Zeit im Lüner Kinofestbüro anzutreffen. Mit Ilgner wird er dann ab 9. September wieder für drei Monate dort fürs Kinofest arbeiten. „Namen von Gästen können wir natürlich noch nicht nennen. Auch wenn Schauspieler und Regisseure uns jetzt bei einem Festival zusagen, kann ja immer noch was dazwischen kommen,“ so Wiedemann.

Zwei feste Zusagen gab es aber schon. Im vergangenen November in der Cineworld versprach Schauspieler Joachim Król, der in den ersten Jahren Stammgast war, auch zum 30. Kinofest wieder nach Lünen zu kommen. Und beim Empfang in der NRW-Landesvertretung während der Berlinale im Februar sagte Ministerpräsident Armin Laschet der Lüner Delegation zu, zur Eröffnung des 30. Kinofestes nach Lünen zu kommen.

Neues Konzept für die Abschlussgala in Arbeit

Klar ist außerdem, dass sich bei der Abschlussgala etwas tun wird, die zum zweiten Mal an einem Samstag (16.11.) stattfinden wird. „Im vergangenen Jahr haben wir schon 100 Karten mehr für den Abschluss verkauft als in den Vorjahren. Und ich glaube auch, dass auf Dauer mehr Leute zum Abschluss kommen werden als zur Eröffnung, weil die Gala an einem Samstag ist und man einfach länger feiern kann“, so Wiedemann. Damit das Feiern eher beginnen kann, feilen Ilgner und Wiedemann an einem neuen Konzept. Bislang dauerte die Preisverleihung etwa 90 Minuten, dann folgte ein ebenso langer Film. Erst nach drei Stunden begann die eigentliche Party. „Wir haben einige Ideen, wie man die Gala straffen könnte“, sagt Wiedemann.

Kinofestmacher planen kürzere Abschlussgala und längere Party

Kinofestleiter Mike Wiedemann ist derzeit schon mit den Planungen für das 30. Kinofest beschäftigt. Ab 9. September sind er und sein Kollege Sven Ilgner wieder im Lüner Büro anzutreffen. © Beate Rottgardt

Klar ist, dass es wieder am Montag der Kinofestwoche den Besuch der Organisatoren in der Justizvollzugsanstalt Werl geben wird. Natürlich mit einem passenden Film und dessen Akteuren im „Gepäck“. Auch einen Auftakt am Dienstag (12.11.) haben Ilgner und Wiedemann geplant, feilen aber noch daran, wie er aussehen wird.

Ruhr Pott wird Dokumentafilmpreis

Neues wird es auch beim „Ruhr Pott“, dem Preis, den die Ruhr Nachrichten stiften, geben. Er wird künftig als Dokumentarfilmpreis ausgelobt. Eine Leserjury wird aus vier bis fünf Dokumentarfilmen ihren Favoriten auswählen. Eine Idee von Sven Ilgner, der sich davon auch verspricht, dass der Preis in der Branche einen noch höheren Stellenwert bekommen wird.

Gerade waren die Kinofestleiter beim Partnerfestival in Bozen (Südtirol) und erlebten mit, dass ein Film, der auch 2018 in Lünen gelaufen ist, den Preis des Landes Südtirol gewann: „Das schönste Paar“ von Sven Taddicken. Dass auch der Film „Zingerle“ nach wahren Begebenheiten über den als „Ungeheuer von Tirol“ titulierten Mörder Guido Zingerle in Bozen lief, haben die Macher dem Lüner Kinofest zu verdanken.

Film lief in Bozen vor ausverkauftem Haus

Der Hauptdarsteller, der Tiroler Schauspieler Roland Silbernagl, war mit der Leiterin des Bozener Festivals, Helene Christanell, in einer Jury und gab ihr eine DVD des Films. Wiedemann: „Sie hat sich, eigentlich völlig übernächtigt, den Film im Hotel angesehen und war begeistert, auch weil die Geschichte in Südtirol und Tirol spielt und viele Menschen sie kennen.“ Und so lief „Zingerle“ vor ausverkauftem Haus in Bozen und bekam viel Resonanz. Wiedemann: „Offenbar kennt jeder Südtiroler den Fall.“

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