Verteidigerin Ina Klimpke hatte auch schon den ersten Peiniger des Mädchens vertreten. © Martin von Braunschweig
Kinderporno-Prozess

Kinderpornographie – Mutter des Opfers: „Sie will einfach nicht darüber reden“

Ein 57-jähriger Fröndenberger hat zugegeben, Hunderte kinderpornographische Fotos von einer zwölfjährigen Lünerin gemacht zu haben. Vor Gericht schildert die Mutter dramatische Folgen.

Im Prozess um kinderpornographische Fotos hat ein Fröndenberg die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, Bilder einer zwölfjährigen Lünerin gemacht zu haben, bereits eingeräumt.

Für die Richter steht demnach fest, dass sie das Mädchen unter keinen Umständen als Zeugin befragen wollen. Dennoch ist für die Beurteilung des Falles natürlich auch wichtig, welche Folgen die Übergriffe auf die junge Lünerin hatten.

Zu diesem Zweck wurde am Donnerstag, 17. Juni, die Mutter des Mädchens vernommen. Auch für sie war eine Welt zusammengebrochen, als sie von einem Bekannten über die Existenz der Nacktaufnahmen informiert wurde.

Mädchen stritt erst ab

„Ich konnte das nicht glauben und habe natürlich sofort meine Tochter gefragt, ob da was dran ist“, sagte die Zeugin den Richtern. Das Mädchen habe zunächst alles abgestritten. Doch damit habe sie sich nicht zufrieden geben wollen, so die Mutter.

Nach einem Besuch bei einem Gynäkologen, der ohnehin für diesen Tag geplant war, stand dann fest, dass das Kind sexuell missbraucht worden sein musste. Die Familie schaltete sofort die Polizei ein. Seitdem sitzt der Fröndenberger in Haft.

Die regelmäßigen Besuche des Mädchens bei dem 57-Jährigen, die unzähligen Aufnahmen, die dabei angefertigt wurden, werden seitdem zu Hause nicht mehr thematisiert. „Sie will einfach nicht darüber reden“, sagte die Zeugin den Richtern. „Wenn sie den Namen des Angeklagten hört, wird sie unruhig und fängt an zu weinen.“

Keine körperliche Nähe

Auch körperliche Nähe ihrer Mutter kann die Schülerin offenbar nur noch schwer ertragen. Oft genug sei es inzwischen vorgekommen, dass das Mädchen panisch wurde und um sich trat, wenn die Mutter ihr zu nah kam.

Die Zeugin bestätigte außerdem, dass das Kind früher schon einmal sexuell missbraucht worden war. Von einem anderen Bekannten der Familie. „Der hat sie an den Brüsten angefasst und gegen ihren Willen gestreichelt“, sagte die Mutter.

Dennoch könne sie klar sagen: Nach den ersten Missbrauchstaten seien die Reaktionen ihrer Tochter noch nicht so krass ausgefallen wie jetzt. All das, was die Familie heute erleiden müsse, sei die Folge der Nacktfotos, die der 57-Jährige gemacht hat.

Cannabisplantage im Keller

Welche Strafe der Fröndenberger trotz seines Geständnisses und der Tatsache, dass er dem Kind die Zeugenaussage erspart hat, noch erwartet, steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass in dieses Urteil eine frühere Bestrafung einbezogen werden muss.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes war die Polizei nämlich nicht auf Speichermedien und eine Kamera, sondern auch auf eine Cannabisplantage gestoßen. Dafür ist der 57-Jährige bereits zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.