Kinder erstochen: Lüner Mutter legt Geständnis ab

Kindermord-Prozess

Dieser Fall löste Entsetzen aus: Mit einem Messer soll eine Mutter aus Lünen im November ihre beiden kleinen Kinder erstochen haben. Im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht legte sie jetzt ein Geständnis ab. Auch der Ehemann der Angeklagten sagte aus - und schilderte seine Erinnerungen an den Tatabend.

LÜNEN

13.06.2017, 13:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Mutter hat in Lünen offenbar zwei ihrer Kinder erstochen und sich anschließend selbst schwer verletzt.

Eine Mutter hat in Lünen offenbar zwei ihrer Kinder erstochen und sich anschließend selbst schwer verletzt.

Mit einem Geständnis der angeklagten Mutter ist am 13. Juni vor dem Dortmunder Schwurgericht der Prozess um die beiden getöteten Kleinkinder in Lünen-Gahmen fortgesetzt worden. Die 28-jährige Frau gab zu, ihren Sohn und ihre Tochter im Bett erstochen zu haben. „Danach wollte ich mich selbst töten“, sagte die Beschuldigte.

Ehemann beschuldigt die Ärzte

Die 28-Jährige gilt als psychisch schwer krank und deshalb schuldunfähig. Eine Einschätzung, die ihr Ehemann ausdrücklich teilt. Auch der 37-Jährige wurde am Dienstag von den Dortmunder Richtern befragt. Der Zeuge sagte: „Für mich ist sie ein Opfer wie die Kinder selbst.“ Schuld seien seiner Ansicht nach die Ärzte, die den Zustand seiner Ehefrau nicht erkannt hätten.

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Nach der Geburt des dritten Kindes soll sich die 28-Jährige immer weiter zurückgezogen haben. „Es ging mir schlecht“, sagte sie selbst den Richtern. Sie habe sich eingebildet, Wölfe zu sehen und dass die Familie ihres Mannes ihr Vorwürfe mache. Irgendwann habe keinen anderen Ausweg mehr gesehen, als die beiden älteren Kinder im Schlaf zu töten. Der Junge wurde ein Jahr alt, seine Schwester vier.

Mutter wollte Selbstmord begehen

Der Ehemann hat an den Tatabend Anfang November noch exakte Erinnerungen. Seine Ehefrau habe die Kinder ins Bett gebracht und sich ins Bad begeben, um zu duschen. Als er dann auf dem Fußboden einen Blutfleck gesehen habe, sei er hinterher gegangen, um nachzusehen. „Sie lag in der Badewanne und blutete am Handgelenk“, erinnerte sich der Zeuge. Die 28-Jährige hatte versucht, sich selbst das Leben zu nehmen.

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