Keine Lust zu schieben: Bewährung für Rollerfahrer ohne Führerschein

Gericht

Ohne den richtigen Führerschein wurde ein Rollerfahrer von der Polizei erwischt. Er hatte keine Lust zu schieben. Jetzt musste sich der Mann vor dem Amtsgericht Lünen verantworten.

von Sylvia Mönnig

Brambauer

, 04.02.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Weil er mit seinem Motorroller schneller unterwegs war als sein Führerschein erlaubte, musste ein Lüner sich jetzt vor Gericht verantworten.

Weil er mit seinem Motorroller schneller unterwegs war als sein Führerschein erlaubte, musste ein Lüner sich jetzt vor Gericht verantworten. © picture alliance/dpa

Er war sich sicher, dass er bei einer kurzen Fahrt zur Tankstelle mit seinem führerscheinpflichtigen Roller schon nicht erwischt würde. Der 42-Jährige irrte gewaltig. Nun geriet er vor dem Amtsgericht in Erklärungsnöte.

Seinem Kleinkraftrad fehlte die Drosselung. Damit war es deutlich schneller als 25 Stundenkilometer. Die so erforderliche Fahrerlaubnis besaß der 42-Jährige nicht. Das alles war ihm auch bewusst, als er am 3. Januar vergangenen Jahres Gas gab, um an der Tankstelle Luft in einen Reifen zu füllen.

Danach sollte der Roller verkauft werden. Dazu kam es allerdings nicht mehr. Auf der Brambauerstraße traf der Mann auf die Polizei.

Keine Lust zu schieben

Fahren ohne Fahrerlaubnis wurde ihm nun zur Last gelegt und der Mann mit einschlägigen Vorstrafen, Hafterfahrung und laufender Bewährung zeigte sich verblüffend ehrlich. „Ich hatte keine Lust zur Tankstelle zu schieben“, gab er zu und schob hinterher: „Dann standen die Beamten hinter mir.“

Ein sicherer Arbeitsplatz, ernsthafte Bemühungen um einen Führerschein und der Umstand, dass der 42-Jährige gerade versucht, seinem Schuldenberg Herr zu werden, überzeugten Anklage und Gericht.

„Ich denke, dass Sie noch eine Chance verdient haben“, betonte die Richterin und beließ es bei fünf Monaten Haft auf Bewährung.

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