Arbeit von Zuhause ist nur dann problemfrei möglich, wenn eine stabile Netzverbindung gegeben ist. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Arbeitsrecht

Kein Netz im Home-Office: Was Arbeitnehmer tun können – und was nicht

Das Home-Office scheint eine ideale Lösung in der Krisenzeit zu sein - bis das Internet dann streikt. Wie müssen Arbeitnehmer in diesem Fall reagieren? Ein Experte gibt darauf Antworten.

Während der Arbeit fällt das Internet aus – für viele Lüner Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wäre das derzeit eine schwierige Lage. Da Firmen aufgrund der Coronabestimmungen auf Home-Office setzen sollen, hängt der reibungslose Arbeitstag vor allem davon ab, dass das Netz konstant bleibt. Erst im Januar hatte es Störungen im Telefonnetz bei der Stadt Lünen gegeben.

Arbeitsrechtexperte gibt Auskunft

Was muss ein Arbeitnehmer beispielweise tun, wenn das Internet im Home Office ausfällt? Der Dortmunder Rechtsanwalt und Arbeitsrechtexperte Sebastian Fricke sagt: „Das hängt von der Ursache der Störung ab. Für die Infrastruktur, etwa einen funktionierenden VPN-Tunnel, ist der Arbeitgeber verantwortlich.“ Falle das Netz aus anderen Gründen aus, sollte der Arbeitnehmer selbst versuchen, das Problem zu lösen. Weiß der Arbeitnehmer aber, dass das Internet für längere Zeit nicht verfügbar ist, dann sei es möglich, dass der Arbeitgeber um die Rückkehr ins Büro bittet. Denn: „Ein Anrecht auf Home-Office haben Arbeitnehmer pauschal nicht.“ Anders sehe es aus, wenn das Home-Office vertraglich festgelegt wurde.

Fällt das Internet aus und der Arbeitnehmer muss den Arbeitsplatz wechseln, so ist er gesetzlich nicht verpflichtet, die verpasste Zeit nachzuholen. Diese sei laut Fricke ein Betriebsrisiko und liege „in diesen Fällen beim Arbeitgeber.“ Das sei auch dann der Fall, wenn etwa die Niederlassung eines Betriebs nicht in der Region vertreten sei und die Arbeitnehmer generell im Home-Office arbeiten. Als Alternative kann ein extern gemietetes Büro oder ein Internetcafé in Betracht gezogen werden, insofern eines geöffnet hat. Die Mehrkosten liegen laut Fricke beim Arbeitgeber – nicht aber die Kosten für den Weg, denn dieser zählt zum Arbeitsweg des Arbeitnehmers.

Das sagen Lüner Unternehmen

Lüner Unternehmen sind auf den Fall eines Internetausfalls vorbereitet. Bernd Wieck, Abteilungsleiter Vorstandsstab bei der Sparkasse an der Lippe, sagt dazu: „Für den wohl sehr seltenen Fall, dass das Internet ausfällt, kann der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin im absoluten Bedarfsfall auf den Arbeitsplatz in der Sparkasse zurückkehren.“

Jasmin Teuteberg, Sprecherin der Lüner Stadtwerke, sagt: „Bei kurzzeitigen Ausfällen können Mitarbeiter über ihr Smartphone einen Hotspot zur Überbrückung herstellen. Bei länger anhaltenden Ausfällen kehren die betroffenen Mitarbeiter zu ihren Arbeitsplätzen zurück oder werden mit leistungsfähigen Geräten für einen mobilen Internetzugang ausgestattet.“ Sie gibt jedoch zu bedenken, dass bei einem großflächigen Internetausfall größere Konsequenzen auf die Stadtwerke zukämen – dann wäre es in erster Linie Ziel, die Versorgung aufrechtzuerhalten.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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