Kein Corona: Altenzentrum St. Norbert dennoch weiter unter Quarantäne

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Aufatmen im Altenzentrum St. Norbert: Eine positiv auf Corona getestete Bewohnerin ist doch nicht an Covid-19 erkrankt. Das ergab ein weiterer Test. Die gegensätzlichen Ergebnisse verwirren.

Nordlünen

, 07.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bewohner, Angehörige und Beschäftigte im Caritas-Altenzentrum St. Norbert haben in den vergangenen Tagen ein Wechselbad der Gefühle durchlebt - zum Glück jetzt mit gutem Ausgang. „Das war nicht schön“, berichtet eine Lünerin, deren 91-jährige Mutter in dem Haus des Caritasverbands Lünen-Selm-Werne betreut wird. Sie möchte anonym bleiben, sagt aber: „Meine Mutter ist dort sehr gut aufgehoben. Die Stimmung ist ganz gut.“

Für Verwirrung hatten in den letzten Tagen unterschiedliche Testergebnisse gesorgt. Nachdem anfangs einige Bewohner Symptome zeigten, wurden die Verdachtsfälle auf Corona getestet. Die Ergebnisse waren negativ. Es stellte sich heraus, dass sich die Betroffenen mit Influenza angesteckt hatten.

Wie berichtet, zeigte jedoch eine Bewohnerin weiterhin Covid-19-typische Symptome, so dass sie erneut getestet wurde. Diesmal war das Ergebnis positiv. Das Haus, in dem 120 Senioren leben und 100 Mitarbeiter beschäftigt sind, kam unter Quarantäne.

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Zahlreiche stichprobenartige Tests in allen Wohnbereichen seien durchgeführt worden, erklärte Caritas-Sprecher Thomas Middendorf auf Anfrage. Die Ergebnisse seien durchweg negativ gewesen. Auch das der Bewohnerin, die vorher positiv getestet worden war. „Die fehlerhafte Testung wurde vom Labor über das Gesundheitsamt des Kreises an den Caritasverband bestätigt“, teilte er am Dienstag (7.4.) mit.

Zu den unterschiedlichen Ergebnissen könne die Caritas keine Aussage treffen. „Das Gesundheitsamt hat uns abschließend und schriftlich bestätigt, dass alle durchgeführten Tests negativ ausgefallen sind.“

Direkt am Montag hatte die Caritas bereits Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter informiert. Ihnen sei natürlich als Erste die erfreuliche Botschaft überbracht worden, so Middendorf.

Wie aber kann es so unterschiedliche Testergebnisse geben? Diese Frage stellt sich nach den Ereignissen im Altenzentrum. Kreissprecherin Constanze Rauert bekräftigt ihre Aussage aus der vergangenen Woche: „Fakt ist, dass ein Test keine 100-prozentige Sicherheit gibt.“ Es bleibe ein Restrisiko. Das Altenzentrum habe aber alles richtig gemacht, so Rauert.

Quarantäne zum Schutz verlängert

Gesundheitsbehörde, Heimaufsicht und Einrichtung hätten Maßnahmen besprochen. Dazu zählte auch die Quarantäne.

Die werde weiterhin bleiben, so Middendorf. Unabhängig von den guten Nachrichten habe sich die Heimleitung in enger Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt dazu entschlossen, die vorgenommenen Quarantänemaßnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner aufrecht zu halten.

Liebevoller und professioneller Umgang

„Ich bin sehr froh, dass alle Tests negativ sind“, wird Einrichtungsleiterin Ute Holtermann in der Mitteilung des Caritasverbandes zitiert. „Wir bleiben trotzdem vorsichtig. Alle Angehörigen können aber sicher sein, trotz der fortgeführten Sicherheitsmaßnahmen kümmern wir uns unverändert fachlich professionell und menschlich liebevoll um die Bewohnerinnen und Bewohner im Haus.“

Nach Auskunft von Middendorf hätten die Angehörigen und Betroffenen Verständnis für die Notwendigkeit der getroffenen Maßnahmen. Auch die Lünerin, deren Mutter im Altenzentrum wohnt, sagt: „Das Haus kann ja nichts dafür. Ich bin froh, dass der positive Test falsch war.“

Gleich zu Anfang seien Bewohner isoliert worden. Das Altenzentrum habe schon damals ein Besuchsverbot verhängt. Diese Konsequenz hätte sie sich zu der Zeit auch von der Landesregierung gewünscht. Die hatte zu dem Zeitpunkt noch den Besuch von einer Stunde gestattet.


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