Kaffeegläser bei Kaufland gestohlen: Lüner muss für drei Monate in Haft

dzAmtsgericht

Mehrere Kaffeegläser hatte ein Lüner bei Kaufland mitgehen lassen. Weil der Drogensüchtige etliche Vorstrafen hatte, muss er für drei Monate in Haft. Es gibt aber noch eine Chance.

von Jana Peuckert

Lünen

, 25.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer dreimonatigen Haftstrafe endete im Amtsgericht Lünen der Prozess gegen einen 40-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, am 17. Januar entweder 65 Pfandflaschen selbst gestohlen, oder sie gefunden und unterschlagen zu haben. Darüber hinaus soll der Mann am 26. Februar bei Kaufland in Lünen kurz vor Feierabend mehrere Gläser Kaffee zum Gesamtpreis von knapp 60 Euro gestohlen haben, indem er sie in seinen Rucksack steckte.

Pfandflaschen „gefunden“

Im Gericht gab der Mann den Diebstahl des Kaffees sofort zu: „Es dient alles der Beschaffung. Ich bin heroinabhängig.“ Was die Plastikflaschen anginge, so habe er diese in einem Gebüsch gefunden. Er habe sie gerade kurz in der Hand gehalten, als die Polizei ihn gesehen hätte. „Wenn man etwas findet, muss man es abgeben“, erklärte die Richterin, warum es sich bei diesem Vorwurf um eine Unterschlagung handelt. Sie glaubte dem Mann, dass er die Flaschen nicht selbst geklaut hatte.

In seiner Vergangenheit war der Angeklagte hingegen äußerst aktiv, was Diebstähle angeht. 20 Vorstrafen brachte er zum Prozess mit. Neben Diebstahl hatte er sich auch wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, fahrlässiger Trunkenheitsfahrt, Körperverletzung und Erschleichens von Leistungen strafbar gemacht.

Bereits verurteilt wegen Diebstahl

Bezüglich der Pfandflaschen stellte das Gericht das Verfahren ein. Und zwar in Hinsicht auf ein Urteil vom Februar. Da hatte der Angeklagte ebenfalls bei Kaufland in Lünen etwas gestohlen und war zu fünf Monaten Haft verurteilt worden. Da die für die Pfandflaschen infrage kommende Strafe in dieses Urteil miteinbezogen werden müsste, aber nicht ins Gewicht fallen würde, stellte die Richterin das Verfahren ein.

Und so blieb der Diebstahl der Kaffeegläser übrig. Gegen den Angeklagten sprachen seine Vorstrafen. Zudem war er eine Woche vor der Tat erst verurteilt worden.

Der Angeklagte hatte während des Prozesses offen über seine Drogensucht gesprochen. Er wolle jetzt eine Therapie machen. Ein Punkt, der bei der Urteilsfindung für den Angeklagten sprach. Ebenso ging die Richterin zugunsten des 40-Jährigen davon aus, dass er aufgrund seiner Drogenabhängigkeit möglicherweise vermindert schuldfähig gewesen war.

Aufgrund der vielen Vorstrafen kam eine Geldstrafe nicht mehr in Betracht. Während der Vertreter der Staatsanwaltschaft fünf Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung forderte, erklärte die Richterin, dass sie keinen Raum mehr für eine Bewährung sah. Allerdings vermerkte sie, dass die Strafe zugunsten einer Therapie zurückgestellt werden könnte.

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