Schule in Coronazeiten

Käthe-Kollwitz war Vorreiter: Land plant Rückkehr der Schüler im Wechsel

14 Tage lang gab es im November einen Wechsel aus Distanz- und Präsenzunterricht an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Alle waren begeistert - nur das Land nicht. Jetzt ordnet es genau das an.
An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen ist ab 15. März wieder Wechselunterricht angesagt. Das Modell ist dort schon erprobt. Das Ministerium sieht Wechselunterricht auch für andere Schulen vor. © Niehaus (A)

Das Lachen von Reinhold Bauhus klingt ein wenig bitter. Am Freitag (5.3.) erhielt der Leiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen-Süd Nachricht aus dem Schulministerium. „Wir haben erfahren, dass ab 15. März alle Klassen der Schulen wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren und zwar im Wechselmodell. Wie das Wechselmodell auszusehen hat, entscheiden die Schulen in eigener Verantwortung.“

Fertiges Konzept ist seit Wochen unbenutzt

Was anderen Schulleitern Kopfzerbrechen bereiten könnte, ist für Bauhus nur ein Blick in die Schublade. Dort liegt das bewährte Konzept für solch ein Modell, das man im Spätherbst erarbeitet hatte, als die Fallzahlen in Lünen so hoch waren, dass die gesamte Schule kurz vor der Schließung stand.

Schüler, Eltern und Lehrer waren damals begeistert – die parallel laufende Evaluation zeigte, dass das Modell Erfolg hatte, doch Bezirksregierung und Schulministerium untersagten damals die Anwendung. Die Eltern protestierten massiv, aber es half nichts.

Unterricht an der Schule gibt es tageweise im Wechsel

Nun wird angeordnet, was Bauhus und seine Kollegen damals für das Beste hielten: „Wir werden ab dem 15. März unser sehr bewährtes A- und B-Modell fahren, das heißt, alle Lerngruppen/Klassen werden halbiert und tageweise im rollierenden Verfahren in Präsenz und nach Stundenplan beschult.“

Konkret sieht das wie folgt aus: Die A-Gruppe kommt montags, mittwochs und donnerstags, die B-Gruppe dienstags und freitags. In der anschließenden Woche ist es genau umgekehrt.

„Wir freuen uns nun, dass dass Ministerium unser Novembermodell für alle Schulen in NRW nicht nur genehmigt, sondern per Verfügung anordnet“, sagt Bauhus. „Wir erheben auch Urheberansprüche darauf“, sagt er lachend. Denn das Solinger Modell, wie es beispielsweise die Landes-SPD nenne, sei nur an einem Tag ausprobiert worden. „Wir haben es 14 Tage gemacht und beste Erfahrungen gesammelt.“ So gute, dass bei Bauhus die Leiter anderer Schulen anriefen und sich nach dem Prozedere erkundigten.

Genugtuung, dass Modell nun angewendet wird

„Ich sehe es mit Genugtuung, dass wir unser Modell nun 1: 1 wie im November fahren können“, sagt Bauhus – und es lasse sich auch ebenso leicht auf alle anderen Schulen anwenden. Aber rückblickend nutze es nichts, in Bitterkeit zu verfallen. „Uns war klar, dass dieses Wechselmodell die bestmögliche Lösung ist. Die Politik sollte öfter mal auf die Leute vor Ort hören“, wünscht die Bauhus.

Da das Land den Schulleitungen bei der Umsetzung freie Hand lässt, arbeiten Bauhus und seine Kollegen weiter an anderen Dingen: „Wir nutzen die Zeit, um unsere Schulentwicklung weiter voranzutreiben.“ Mit der TU Dortmund arbeite man daran, Unterricht komplett anders aufzubauen.

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