IT-Unternehmen Maximago verlässt Brambauer - „Extrem schwer, Fachkräfte nach Lünen zu holen“

dzPhoenixsee statt Lüntec

Schon vor anderthalb Jahren machte das IT-Unternehmen Maximago Druck. Wenn man in Lünen bleiben solle, müsse sich etwas ändern. Geändert hat sich offenbar wenig. Der Wirtschaftsförderer bedauert das.

Lünen

, 13.01.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon vor anderthalb Jahren sprach Maximago-Chef Daniel Greitens von „widrigen Umständen“, denen sich das IT-Unternehmen am Standort am Lüntec in Brambauer stellen muss. Immerhin 47 Mitarbeiter arbeiteten zum damaligen Zeitpunkt für Maximago, aus der Firma flossen höhere sechsstellige Beträge Gewerbesteuer in die Lüner Stadtkasse.

Das ist jetzt vorbei. Ab Montag (13. Januar) sitzt Maximago nicht mehr in Brambauer, sondern am Dortmunder Phoenixsee. Wir haben darüber mit dem Lüner Wirtschaftsförderer Eric Swehla gesprochen.


Herr Swehla, mit Maximago zieht ein renommiertes IT-Unternehmen weg aus Brambauer. Bedauern Sie das?

Ja klar, es ist immer schade, wenn ein Unternehmen geht. Wenn ein innovatives Unternehmen geht, ist das umso schlimmer.

Was war denn das Problem, warum konnte Maximago nicht bleiben?Die haben schon länger das Problem, dass es extrem schwer ist, Fachkräfte nach Lünen zu holen.

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Warum?

Das hängt mit der Verkehrssituation zusammen unter anderem und auch damit, dass manche Mitarbeiter vom Verkehrshof zu Fuß durch den Regen kommen müssen. Wir schaffen es nicht, genügend Wohnraum anzubieten. Und wir bieten jungen Leuten nicht viel. Wir versuchen das ja, Beispiel Wasserski-Anlage am Horstmarer See. Aber ob das klappt und wenn wann, ist ja unklar.

Hat sich denn gar nichts verbessert in den vergangenen Jahren? Maximago hatte ja schon vor Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass man Lünen möglicherweise verlassen müsste.

Doch, klar. Seit dem Treffen der Wirtschaftsförderungskommission haben wir hier ein Carsharing-Angebot eingerichtet, es gibt eine E-Tankstelle und eine Bushaltestelle - aber mit allem anderen können wir auch nicht zaubern. Wir schaffen das nicht, von heute auf morgen, den ÖPNV zu verbessern, Freizeitangebote für junge Leute zu schaffen, dafür zu sorgen, dass es mehr als ein Restaurant gibt und so weiter.

Was passiert denn mit den frei gewordenen Flächen?

Wir haben bereits Nachmieter, die Unternehmen stehen Schlange. Teilweise sind darunter auch welche, die bereits im Lüntec sind und jetzt froh sind, dass sie erweitern können. Das ändert aber nichts daran, dass wir bedauern, dass Maximago geht.

Eine Stellungnahme der Firma selbst erreichte die Redaktion am Freitag-Nachmittag. Darin bedankt sich CEO Greitens für die gute Zusammenarbeit im Lüntec. Der Abschied sei schwer gefallen, trotzdem könne der Standort Brambauer noch nicht mit einem Großsstadt-Standort wie dem Phoenixsee mithalten. Außerdem wohnten viele Mitarbeiter ohnehin schon in Dortmund, so verringere sich der Arbeitsweg.
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