Investoren möchten Kitas in Lünen bauen - Entscheidung erst nach der Wahl

dzKinderbetreuung

Die Stadt Lünen braucht mehr Kita-Plätze. Da trifft es sich gut, dass gleich zwei Investoren in der Lippestadt eine Kita bauen möchten. Im Fachausschuss nannte die Stadt erste Details.

Horstmar

, 12.06.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit gleich drei Wohnprojekten startet der Stadtteil Horstmar durch - die Stadt Lünen rechnet deshalb mit einem erhöhten Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder. Da trifft es sich gut, dass die ProKiga Invest GmbH mit Sitz in Brandenburg gerne in Horstmar eine Kita bauen will.

„Der Investor hat uns einen Bau auf dem Grundstück Preußenstraße 67 angeboten“, erklärte Fachdezernent Ludger Trepper am Dienstagabend (9.6.) im Jugendhilfeausschuss. Auf der 2600 Quadratmeter großen Fläche soll eine Einrichtung mit vier Gruppen entstehen. Das Gebäude möchte die Stadt der AWO anbieten, die in Horstmar bereits die Kita Pusteblume am Alten Postweg betreibt.

Allerdings soll die alte Kita dort ebenfalls Bestand haben. „Auch wenn laut Bedarf eine viergruppige Kita ausreichend wäre, können wir uns hier mehr Flexibilität erhalten“, so Trepper. Sobald der Bedarf zurückgehe, sei es möglich, die ältere Einrichtung aufzugeben.

Die neue Kita könne zudem Bedarfe abdecken, die derzeit mit zwei Containern in Beckinghausen aufgefangen werden. Die Verwaltung hofft, dass sich die U3-Versorgungsquote im Süden der Stadt durch die neue Kita von 45 auf 47,1 Prozent steigern lässt.

Eine Entscheidung über den Kita-Bau traf der Ausschuss nicht. Denn auch wenn der Investor die Baukosten übernimmt, kommen auf die Stadt wie bei jeder anderen Kita Kosten für den Betrieb zu. „Und diese Kosten sollten Teil der Haushaltsberatungen nach der Kommunalwahl sein“, so Trepper. Entsprechend werde man auch dann erst eine Entscheidung fällen können. „Zuvor wird es auch Gespräche mit dem Investor geben, der dann seine Pläne vorstellt.“

Bis zu 80 neue Plätze in der Geist

Etwas weiter ist man schon in der Geist: Hier gibt es laut Trepper bereits konkrete Gespräche mit einem nicht näher benannten Investor, der zwischen Röntgenstraße und Auf der Kiepe eine viergruppige Kita bauen möchte. „Das Grundstück ist 2600 Quadratmeter groß, bisher gibt es aber nur eine schmale Zufahrt.“ Weil das Grundstück, das sich im Besitz des Investors befindet, entsprechend aufbereitet werden muss, reiche die Fläche am Ende nicht für einen eingeschossigen Bau aus: „Wir haben in Lünen allerdings schon gute Erfahrungen mit zweigeschossigen Kitas gesammelt.“

Zwischen 74 und 80 Plätze könnten in der Geist entstehen. Nach ersten Kostenschätzungen würde die Stadt pro Kitajahr 750.000 Euro an den Träger zahlen. Über Landesmittel und Elternbeiträge kämen rund 260.000 Euro an Einnahmen wieder rein. „Die Bau- und Ausstattungskosten sind grundsätzlich mit Landesmitteln förderbar“, heißt es von der Verwaltung. Auch hier soll die Entscheidung erst nach der Kommunalwahl fallen.

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