Interview: Die Leseratten-Fänger

BRAMBAUER Um die Krone bei Kindern kämpft der David Buch gegen den Goliath Computer. Die Bürger-Bücherei reicht David die Schleuder. Der Sieg scheint ge-Buch-t. Wir interviewten den Vorsitzenden des Fördervereins Bürger-Bücherei, Claus-Peter Franek.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 03.07.2008, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bücherei-Vorsitzender Claus-Peter Franek:
"Lesen ist ein Grundnahrungsmittel für den Geist."

Bücherei-Vorsitzender Claus-Peter Franek: "Lesen ist ein Grundnahrungsmittel für den Geist."

Ich bin jetzt mal ein Buch-Muffel und Sie machen mir Flachbacke klar, warum ich lesen sollte. Franek: Sie haben Zeit?

Genug für Stichworte. Franek: Also, Lesen ist wunderbar, es entspannt, es baut Spannung auf, es erweitert Wissen und Horizont, es bereitet Vergnügen, es …

Reicht. Sie haben gewonnen. Was lesen Sie gerade? Franek: „Feuerschiff Borkum Riff“, ich bevorzuge erstens Sachbücher und zweitens solche aus dem maritimen Bereich.

Klar, Sie kommen ja von da oben. Borkum, nicht? Franek:  Helgoland.

Sie sind 69 und jetzt ein halbes Jahr Vorsitzender im Bücherei-Förderverein. Genießt man das? Franek: Ich genieße es.

Und Sie bedauern nichts? Franek: Ach was. Da steckt doch Herzblut drin. Ich bin ja nicht ins kalte Wasser gesprungen. Ich bin ja Gründungsmitglied.

Kann sein, dass Sie bald den Pavillon der Achenbachschule verlassen müssen. Abriss-Pläne kursieren. Und dann? Herbergssuche? Franek: Wir hatten vor Tagen ein Gespräch mit der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen und haben uns einige Objekte im Stadtteil angesehen.

Großartig. Und? Franek: Die Lage muss natürlich zentral sein und das Objekt fußläufig gut zu erreichen sein. Aktuell wird das Thema wohl erst im Sommer nächsten Jahres. Entschieden ist noch nichts.

Wie viele Medien hat die Bürger-Bücherei momentan? Franek: 18 371 Bücher beziehungsweise Tonträger.

Sie haben ja eine tolle Truppe von 27 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen. Haben Sie Angst, dass Ihnen dieses Potenzial einmal aus Altersgründen verloren gehen könnte? Franek: Iwo. Natürlich, auf lange Sicht wird sich der Bedarf an jüngeren Mitarbeitern immer deutlicher zeigen. Aber noch sind wir personell ausgezeichnet aufgestellt.

Sie arbeiten eng mit örtlichen Schulen zusammen. Wie sieht das aus? Franek: Denken Sie nur an unseren traditionellen Vorlesewettbewerb für die Brambauer Grundschulen oder denken Sie an unsere Vorlese-Reihe in der Offenen Ganztagsschule der Wittekindschule.

Was war das erste Buch, das Sie gelesen haben? Was weckt die ältesten Erinnerungen an das Lesen? Franek: Karl May war sehr früh da und sehr dominant in meiner Kindheit. Als ich als kleiner Junge in Binz auf Rügen Karl May verschlungen habe, war der verboten.

DDR oder was? Franek: Ja, das war in der damaligen DDR.

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