Innenstadt: Warum die Politik mal pro und mal contra Auto entschieden hat

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Die Politik hat sich mal für und mal gegen Autos entschieden: Der Parkstreifen an der Konrad-Adenauer-Straße soll bleiben. Dafür werden 22 Parkplätze an der Holtgrevenstraße wegfallen.

Lünen

, 04.11.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Thema Verkehr wird es kompliziert. Denn auf den Straßen ist es eng. Der Vorschlag der Verwaltung, den Parkstreifen an der Konrad-Adenauer-Straße zugunsten eines Radwegs wegfallen zu lassen, hat bei Pendlern Protest provoziert.

Auch der Ausschuss für Stadtentwicklung ist der Argumentation der Verwaltung nicht gefolgt. Er stimmte in einer ersten Sitzung für den Erhalt des Parkstreifens. Nicht so der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung. Der befasste sich mit der Sanierung der maroden Fahrbahn und beschloss, bei der Maßnahme den Parkstreifen zu einem Radweg zu machen.

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Das Problem: Das Gremium ist für die Aufteilung des Straßenraums gar nicht zuständig, sondern nur für die notwendige Sanierung der Straße.

Also hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung das Thema am Dienstag (29.10.) wieder auf dem Tisch. Um das Dilemma „zu heilen“, so der Technische Beigeordnete Arnold Reeker, solle eine abschließende Entscheidung gefällt werden.

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Die gab es auch. Der Ausschuss lehnte gegen die Stimmen von Grünen und FDP den Radweg ab. Der Parkstreifen bleibt. Zwischen Borker Straße und Lippebrücke soll die Straße für 750.000 Euro saniert werden.

Begründet wurde das Ja zum Parkstreifen damit, dass Pendler ihn weiter nutzen können sollten (SPD) und dass man zunächst ein Mobilitätskonzept haben müsse (GFL). Die FDP hingegen fand, dass man doch mal irgendwo anfangen müsse, gerade auch im Hinblick auf E-Scooter.

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In der Sitzung ging es dann wieder um Parkplätze, diesmal an der Holtgrevenstraße. Dass dort der Gehweg marode ist, führt die Verwaltung auf parkenden Autos zurück. Sie drücken auf die Wurzeln der Bäume. Die Plattierung hat sich gehoben.

Deshalb soll der Bereich auf der Südseite zwischen Leezenpatt und Spormeckerplatz sowie im Norden zwischen Lange Straße und Spormeckerplatz auf einer Breite von 1,50 Meter von Grund auf erneuert werden.

An den Kosten von 150.000 Euro sollen sich nach dem Kommunalabgabengesetz (KAB) die Anwohner zu 65 Prozent beteiligen.

Ohne Druck der Autos können Bäume besser wachsen

In dem Zusammenhang sollen 22 Parkplätze auf der Nordseite aufgegeben werden. Der Bereich wird durch Innenstadtnähe, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Kirche und Hospiz viel genutzt wird. Bisher ist dort kostenloses Parken bis zu 2 Stunden erlaubt.

Die Verwaltung sagt, wenn die Autos dort nicht parken, können die 60 Jahre alten Linden besser wachsen. Arno Feller (CDU) meinte, der Parkstreifen werde durch Veranstaltungen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule stark frequentiert, es gebe keine Parkhäuser in der Nähe. Weil schon gegenüber Parkplätze durch Poller weggefallen seien, könne die CDU der weiteren Reduzierung nicht zustimmen. Zumal er keine Beeinträchtigung der Bäume erkennen könne.

Anspritzbelag ist Anwohnern nicht zu vermitteln

Dem schloss sich Otto Korte (GFL) an. „Bei Schulende ist da der Teufel los. Zu manchen Zeiten sucht man vergebens einen Parkplatz.“ Andreas Dahlke (GFL) kann sich dort einen Anspritzbelag vorstellen, um die Bäume zu schonen. Dem widersprach die Verwaltung. Ein solcher Belag müsse in drei bis vier Jahren erneuert werden. Es sei Anliegern nicht zu vermitteln, dann wieder zahlen zu müssen. Zudem seien mit dem Pfarrer-Bremer-Parkplatz und dem am Amtsgericht Parkraum vorhanden.

Erneuerung: 11 zu 9 Stimmen dafür

Pro Bäume hingegen argumentierte Klaus Lamczick (SPD). Prof. Johannes Hofnagel (GFL) brachte grundsätzliche Bedenken zu den politisch diskutierten Straßenausbaubeiträgen ins Spiel. Er plädierte dafür, den Antrag zu vertagen. Das wurde mit 10 zu 10 Stimmen abgelehnt.

Schließlich stimmten SPD, Grüne und Piraten/Freie Wähler mit 11 Stimmen für die Erneuerung und den Wegfall der Parkplätze, CDU, GFL und FDP (9 Stimmen) sind dagegen.

Das Thema beschäftigt im November den Ausschuss für Sicherheit und Ordnung.

Die Entscheidung zum Parkstreifen an der Konrad-Adenauer-Straße kommentiert Redaktionsleiter Daniel Claeßen:

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