Infos und Austausch für Pflegende in Lünen

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Ohne sie ginge nichts in der Gesellschaft - Menschen, die andere Menschen pflegen. Ihnen sind die Thementage 2019 in Lünen gewidmet, mit drei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen.

Lünen

, 13.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Menschen, die andere Menschen pflegen, stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Thementage, die das Netzwerk Altenarbeit Lünen organisiert. Egal ob es hauptamtliche Pflegende sind, Ehrenamtliche oder pflegende Angehörige - für sie alle gibt es drei Veranstaltungen, bei denen sie sich informieren, austauschen und auch unterhalten lassen können. Informationen rund um die Thementage gibt es hier in Fragen und Antworten.

? Welche Veranstaltungen finden innerhalb der Thementage statt?

Es gibt einen Fachtag, eine Informationsveranstaltung und eine Lesung. „Alles steht unter dem Motto ,Wir - Ihr - Alle - gemeinsam`“, so Annette Goebel, Koordinatorin für Altenarbeit der Stadt Lünen nach einem Treffen der Sprecher der verschiedenen Netzwerke rund um Seniorenarbeit in Lünen. Alle Veranstaltungen finden innerhalb von vier Wochen im Juni und Juli statt.

? 2018 gab es ein ganzes Themenjahr zum Thema Demenz. In diesem Jahr sind es wieder Thementage. Warum ist man nicht beim Themenjahr geblieben?

„Das Themenjahr 2018 war ein Versuch mit zeitlich weit auseinander liegenden Veranstaltungen. Wir haben gemerkt, dass Thementage mehr Resonanz finden“, so Annette Goebel.

? Für wen ist der Fachtag gedacht und was erwartet die Teilnehmer?

Gedacht ist der Fachtag am Mittwoch, 12. Juni, von 13.30 bis 16.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses, für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter im Pflegebereich, also nicht für pflegende Angehörige. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit Angehörigen. Zu Gast sind zwei Referenten. Prof. Dr. Katharina Gröning-Lienker (Uni Bielefeld) erklärt, wie man Angehörige von Menschen mit Demenz besser versteht, die sich „zwischen Hilflosigkeit und Widerstand“ befinden. Der in Lünen schon bekannte Pflegewissenschaftler Detlev Rüsing informiert über den Umgang mit herausforderndem Verhalten von Menschen mit Demenz.

Infos und Austausch für Pflegende in Lünen

Freuen sich auf die Thementage: (o.v.l.) Katharina Lorenz, Anja Teumena, Meike Terbeck und Michael Wopker, (u.v.l.) Marita Pechr, Annette Goebel und Bettina de Sacco. © Beate Rottgardt

? Muss man sich zum Fachtag anmelden?

Auf jeden Fall, der Platz im Sitzungssaal ist begrenzt. Anmeldungen sind ab sofort bis zum 31. Mai ausschließlich per Mail möglich an claudia.grygiel.14@luenen.de Die Teilnahme ist dank der Unterstützung durch das Demenz-Servicezentrum Region Dortmund kostenlos.

? Was verbirgt sich hinter dem Titel „Wir pflegen“ der zweiten Veranstaltung?

Am Samstag, 6. Juli, findet eine Informationsveranstaltung von 10.30 bis 16 Uhr im Gemeindezentrum St. Georg, St.-Georg-Kirchplatz, statt. Eintritt ist frei, willkommen sind vor allem pflegende Angehörige, aber auch alle Interessenten am Thema Pflege. Im Foyer des Gemeindezentrums gibt es Informationsstände verschiedener Institutionen. Im Saal selbst finden Vorträge statt. Das Gebäude liegt zentral und ist barrierefrei erreichbar.

Die Veranstalter

Keine Anmeldung für Infotag

  • Die Thementage „Wir - Ihr - Alle Gemeinsam“ sind eine Veranstaltung des Netzwerks Altenarbeit Lünen und des Netzwerks Demenz Lünen mit der Koordinierungsstelle Altenarbeit der Stadt Lünen und dem Demenz-Servicezentrum Region Dortmund.
  • Eine Anmeldung für den Infotag am 6. Juli ist nicht erforderlich. Natürlich können Interessenten auch nur zu einzelnen Vorträgen an diesem Tag kommen.

? Welche Themen werden bei den Vorträgen aufgegriffen?

Nach der Eröffnung um 11 Uhr durch Ludger Trepper, Fachdezernent der Stadt Lünen, stellen sich um 11.15 Uhr zwei Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen vor. Der MDK ist für die Begutachtung von Pflegebedürftigen und die Einstufung bei Pflegegraden zuständig. Um 12 Uhr geht es um Betreuungsleistungen und Entlastungsmöglichkeiten. Darüber informiert eine Mitarbeiterin der privaten Pflegeberatung „Compass“. Was Pflege kostet und wie man sie finanzieren kann, erläutert Gabi Hoffmann vom Sozialverband VdK um 12.45 Uhr. Nach einer Pause informiert Bettina de Sacco (Wohnberatung des Kreises Unna) über Hilfsmöglichkeiten, um solange wie möglich zuhause wohnen bleiben zu können.

? Welche Idee verbirgt sich hinter der Gesprächsrunde zum Abschluss?

Um 14.45 Uhr moderiert Lisa Nießalla von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) im Gesundheitshaus Lünen eine Gesprächsrunde mit pflegenden Angehörigen. „Es sind Menschen, die Entlastungsmöglichkeiten bereits in Anspruch nehmen und von ihren Erfahrungen berichten können“, so Annette Goebel. Oft, so die Erfahrungen der Netzwerk-Sprecher, wollen sich Angehörige nicht helfen lassen oder befürchten, dass sie sich die Entlastungsangebote nicht leisten können.

? Wer gestaltet die Lesung „Frieden schließen mit Demenz“ zum Abschluss der Thementage?

Die Journalistin und Buchautorin Sabine Bode (72) ist am Montag, 8. Juli, um 18 Uhr zu Gast in der Stadtbücherei, Stadttorstraße 5. Sie plädiert für ein Umdenken im Umgang mit Demenz. Die Autorin will erreichen, dass man nicht wegschaut oder auf ein rettendes Medikament wartet, sondern das Schicksal selbst in die Hand nimmt und die anstehenden Probleme löst. Sabine Bode hat viele Gespräche mit Pflegepersonal und Wissenschaftlern, die Demenzkranken helfen, in Würde zu altern, geführt. Die Idee, sie einzuladen, hatte Büchereileiterin Beate Convent. Karten gibt es zum Preis von sieben Euro ab dem 10. Juni in der Stadtbücherei.

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