Entlang der Waltroper Straße in Lünens größtem Stadtteil Brambauer stehen immer wieder Ladenlokale leer. © Blandowski (A)
Innenstädte

In Lüner City und Brambauer: Stadt will Leerstände beseitigen

Mit einem vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Programm zur Stärkung von Zentren will die Stadt Lünen etwas für den stationären Handel in der City und in Brambauer tun.

Die Stadt Lünen will über die Beseitigung von Leerständen nicht nur den stationären Einzelhandel in der Lüner Innenstadt und in Lünens größtem Stadtteil Brambauer stärken, an beiden Standorten sollen Aufenthalts- und Erlebnisräume für Anwohner und Besucher gleichermaßen entstehen.

Das kündigte Astrid Linn, Fachreferentin für Stadtentwicklung, in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses Ende April an. Wie Linn weiter sagte, stehen für das Fördergebiet Innenstadt 227.050 Euro an Landesmitteln zur Verfügung, für Brambauer 215.195 Euro.

Hamburger Stadtmanufaktur

Mit der Umsetzung des Projektes hat die Verwaltung die auf Stadtmarketing spezialisierte Hamburger „Stadtmanufaktur“ beauftragt. Das kostet die Stadt Lünen nach eigenen Angaben 15.871,63 Euro, das Land gibt 142.844,62 Euro dazu. Der Auftrag an Stadtmanufaktur beläuft sich damit unterm Strich für die Innenstadt und Brambauer auf 158.716,25 Euro, wie es in der Pressestelle auf Nachfrage unserer Redaktion hieß.

Kern des Projekts ist die Beseitigung von Leerständen durch die unter dem normalen Mietpreis (60 bis 70 Prozent der Kaltmiete) liegende Anmietung von Ladenlokalen und deren Weitervermietung durch die Stadt zu deutlich vergünstigten Konditionen.

Zu den Mietern sollen Interessenten aus den Bereichen Handel, Dienstleistungen, Gastronomie, Kultur und Bildung gehören.

Aufgabe der Stadtmanufaktur werde es sein, sagte Astrid Linn, Eigentümer von dem Vorhaben zu überzeugen, Gespräche mit Mietinteressenten zu führen, initiativ geeignete Mieter anzusprechen und beide Seiten zusammenzubringen.

Eigentümer unter Druck?

„Wer da nicht als Eigentümer mitmacht, der verschläft die Zeit, sagte die Lüner Fachreferentin für Stadtentwicklung. Die Eigentümer von Immobilien und leerstehenden Ladenlokalen könnten sich nicht mehr wegducken.

„Ich kann mir auch vorstellen, dass vom Land NRW noch Druckmittel zur Teilnahme an dem Projekt entwickelt werden“, sagte Astrid Linn auf Nachfrage eines Ausschussmitgliedes. Und dass das Ganze ein Erfolg wäre, wenn sowohl in der Innenstadt als auch in Brambauer zehn Leerstände langfristig beseitigt werden könnten.

Marketing-Macht nutzen

Astrid Linn zeigte sich überzeugt, dass die von der Corona-Pandemie extrem gebeutelten Innenstädte ein Comeback erleben werden. Bis dahin müssten alle Akteure zusammenstehen und die Marketingmacht nutzen. Dabei solle nicht zuletzt die Stadtmanufaktur in den kommenden zwei Jahren helfen.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks
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