In Lünen braucht man derzeit bei Fahrradreparaturen viel Geduld

dzAnsturm in Corona-Zeiten

In der Corona-Zeit steigen viele Lüner aufs Fahrrad. Wer sein Fahrrad aber erst noch fit bekommen muss, braucht Geduld - die Fahrradläden in Lünen sind gerade voll ausgelastet.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 12.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeiten der Corona-Krise entdecken viele Menschen offensichtlich wieder das Fahrradfahren für sich. „Es gibt momentan einfach wenig Freizeitangebote, da erinnern sich viele, dass sie noch ein Rad herumstehen haben“, beobachtet auch Manuel Herter, Geschäftsführer von fahrRAD. Weil das Rad aber bei vielen nicht mehr voll funktionsfähig ist, ist der Ansturm auf Fahrradfachgeschäfte momentan sehr groß.

Bremsen müssen nachgezogen, platte Reifen geflickt und Vorder- und Rücklichter repariert werden - sowohl in Sachen Fahrtauglichkeit als auch Verkehrssicherheit besteht bei vielen Nachholbedarf. Und auch einfache Frühjahrs-Inspektionen sind sehr gefragt. Dementsprechend hoch ist das Aufkommen: Die Fahrradläden in Lünen sind gerade voll ausgelastet.

Sowohl bei fahrRAD, Zweirad Mönninghoff als auch Zweiradhaus Möllmann sind die Mitarbeiter momentan quasi im Dauereinsatz. „Es ist sehr viel los. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass der Ansturm so extrem wird. Aber wir Fahrradläden profitieren von der Situation gerade natürlich“, erklärt etwa Mark Möllmann, Junior-Chef bei Zweiradhaus Möllmann.

Schlangen vor den Fahrradläden

Auch beim Fahrradladen fahrRAD war der Ansturm so groß, dass es teilweise schwierig war, Pausen zu machen, wie Manuel Herter berichtet. Und auch bei Zweirad Mönninghoff sind die Mitarbeiter fast rund um die Uhr eingespannt.

Schlangen vor den Fahrradläden waren in den letzten Tagen dementsprechend kein ungewöhnliches Bild.

Am Montagmorgen (11.5.) mussten Kunden zum Beispiel vor Zweirad Mönninghoff schon Wartezeit in Kauf nehmen, bis sie überhaupt ihr Anliegen äußern konnten. Und auch für die Reparatur an sich muss mehr Zeit eingeplant werden als sonst, sagt Geschäftsführerin Sylvia Willfroth: „Bei uns kann es auch mal mindestens zwei bis drei Wochen dauern. Bei dem hohen Aufkommen ist es schneller nicht zu machen.“

Etwas - wenn auch nicht viel - schneller geht es bei den anderen Läden: Bei fahrRAD muss man laut Herter aber „mal mindestens eine Woche, eher länger“ einplanen, bei Möllmann laut Junior-Chef Mark Möllmann ungefähr zehn bis 14 Tage.

Kurzarbeit ist bei den Fahrradläden kein Thema

Dass die langen Wartezeiten mit Personalnot wegen Kurzarbeit zusammenhängen, ist aber nicht der Fall - im Gegenteil: „Wer gerade als Fahrradgeschäft in Kurzarbeit geht, der macht etwas falsch“, sagt Möllmann.

Zwar ist die hohe Nachfrage für die Mitarbeiter der Fahrradgeschäfte generell erfreulich, allerdings sei es dadurch auch schwieriger, die Corona-Vorgaben umzusetzen. „Wir lassen die Kunden natürlich nur nacheinander in den Laden, aber wir transportieren hier natürlich auch Fahrräder rein und raus. Manchmal ist es da einfach schwierig, den Mindestabstand einzuhalten“, sagt etwa Willfroth von Mönninghoff.

Kunden achten auf den Sicherheitsabstand

Auch Herter von fahrRAD geht es so: „Gerade, wenn ich den Kunden etwas direkt am Fahrrad oder auch am Computer zeigen möchte, wird es natürlich schwierig. Aber wir geben uns natürlich alle Mühe, uns an die Vorgaben zu halten.“ Und auch die Kunden selbst achteten darauf, Abstand zu halten.

Neben den Fahrradfachläden beobachtet auch der Allgemeine Fahrradclub (ADFC) Lünen, dass gerade viele Lüner auf das Rad steigen. „Im Moment müssen ja viele sportliche Betätigungen ausfallen - das Radfahren war aber genauso wie das Joggen oder Wandern die ganze Zeit möglich. Wer also in Bewegung bleiben möchte, kann auf das Rad steigen“, erklärt Ortsverbandssprecher Dirk Schumann. Sein Tipp für alle, die im Moment in Fahrradfachläden keinen kurzfristigen Termin bekommen: Man könne sein Fahrrad auch zu den Radstationen der Awo bringen. Wie die Situation dort aussieht, war am Montag (11.5.) allerdings nicht herauszufinden: Der Ansprechpartner für Presseanfragen war außer Haus.

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