Immobilien und Corona-Krise: Was tun, wenn das Geld nicht mehr reicht?

dzKreditzinsen

Das Geld ist zwar billig - doch der beste Kredit hilft nicht, wenn man ihn nicht mehr bedienen kann. Wir haben bei Volksbank und Sparkasse nachgefragt, ob sich die Krise bemerkbar macht.

Lünen

, 27.04.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geld ist günstig - zumindest, wenn man gerade ein Haus bauen oder kaufen möchte. Das wirkt sich allerdings auch auf den Immobilienmarkt aus - trotz Corona-Krise scheinen sich die Preise stabil zu halten. Zumal die Landesregierung gerade ihr Programm zur Wohnbauförderung aufgestockt hat.

Allerdings erschwert Corona natürlich die Rahmenbedingungen, wie es auf Nachfrage bei der Sparkasse an der Lippe heißt. „Deshalb ist die Nachfrage zur Zeit etwas verhaltener“, sagt Nils Klausen aus dem Vorstandssekretariat. „Dazu kommt, dass Immobilienbesichtigungen nur mit einem erheblichen Mehraufwand durchgeführt werden können.“ Entsprechend steigen viele Kunden bei Beratungsgesprächen auf digitale Angebote um.

Vereinzelte Anfragen nach Tilgungsaussetzung

Während der Juni im Immobiliengeschäft traditionell der stärkste Monat ist, hofft man auch bei der Volksbank Lünen, dass sich das Frühjahrsgeschäft nur nach hinten verschiebt. Beim Kreditgeschäft spüre man die Auswirkungen der Krise derzeit nicht, sagt Vorstandmitglied Ludger Suttmeyer. „Vereinzelte Anfragen zu befristeten Tilgungsaussetzungen oder -reduzierungen sind vorhanden, stellen aber eher Ausnahmen dar.“

Die Tilgungsaussetzung sei auch das gängigste Instrument, wenn ein Kunde einen Kredit nicht bedienen kann. „Die Bundesregierung hat einen gesetzlichen Anspruch geschaffen, Zins und Tilgungsraten aufgrund coronabedingter Gehaltseinbußen vom 30. April bis zum 30. Juni auszusetzen“, sagt Nils Klausen. Bei der Sparkasse machten die Kunden „sehr vereinzelt davon Gebrauch“.

Außer der erhöhten Wohnbauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen können sich die Häuslebauer in der Corona-Krise nicht über zusätzliche Angebote zur Finanzierung freuen. „Weder von Förderbanken wie der Kfw noch von anderen Banken gibt da besondere Kreditmittel“, weiß Ludger Suttmeyer. Allerdings sind die Zinsen derzeit ohnehin auf einem niedrigen Niveau - nach Angaben der Landesbausparkasse (LBS) zwischen 0,85 und 1,35 Prozent. Zum Vergleich: In den 1990er-Jahren lag der Zinssatz zwischen 8 und 9 Prozent.

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Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bleibt

Aber ist es ratsam, sich ausgerechnet in der Krise - trotz historisch niedriger Zinsen - mit dem Erwerb einer Immobilie zu beschäftigen? „Sicherlich wird die Gestaltung der Immobilienfinanzierung zukünftig die aktuellen Erfahrungen aus der Krise einbeziehen. Man wird beispielsweise größere Puffer in der monatlichen Belastung einrechnen “, sagt Ludger Suttmeyer. Dazu habe die Volksbank Lünen aber ohnehin immer schon geraten. Nils Klausen geht davon aus, dass die Nachfrage bei sich normalisierenden Rahmenbedingungen wieder anzieht: „Der Wunsch nach den eigene vier Wänden ist nach wie vor vorhanden.“

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