Immer mehr Lüner wollen gerne in Innenstadtnähe leben

dzBauflächen fehlen

Beim Wohnen sind sich die Lüner nicht einig - mal soll es bezahlbar sein, mal barrierearm. Bestimmt werden die Wünsche vor allem durchs Einkommen, aber auch durchs Alter der Mieter.

Lünen

, 10.06.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klare Trends oder Tendenzen zu besonderen Wohnformen sind in Lünen derzeit nicht erkennbar - sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Diese Erfahrung machen auch die beiden Lüner Wohnungsbaugesellschaften.

Barrierearme Wohnungen sind gefragt

Die Bedürfnisse der Miet-Interessenten haben sich geändert. Immer mehr Menschen würden gern in barrierearme Wohnungen ziehen. „Das sind nicht nur die älteren Leute, auch die allein erziehende Mutter mit Kinderwagen freut sich über einen Aufzug und entsprechend breite Flure“, so Rainer Heubrock, Vorstandsvorsitzender der Lüner Wohnungsbau-Genossenschaft (WBG).

Auch beim Bauverein wird eine steigende Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum beobachtet, so Pressesprecherin Antonia Mega. „Hier werden wir künftig unser Angebot weiter ausdehnen und grundsätzlich alle Immobilien mit einem barrierefreien Zugang ausstatten“, sagt sie auf Nachfrage.

Mehrgeschossige Häuser bekommen Aufzüge

Bei den Bestandsimmobilien des Bauvereins solle ebenfalls Barrierefreiheit ermöglicht werden. Der Bauverein rüste seit einiger Zeit „alle vier- oder mehrgeschossigen Wohnungen mit einem Aufzug“ aus. Damit hoffe man bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit langjährige Mieter bis ins hohe Alter in ihren Wohnungen bleiben können.

Immer mehr Lüner wollen gerne in Innenstadtnähe leben

Der Bauverein rüstet ältere Mietshäuser mit vier und mehr Geschossen mit Aufzügen nach, so wie hier bei den Häusern Im Wiesengrund. © Goldstein

Wenn bei älteren Paaren ein Partner stirbt, würde oft der Andere gerne in eine kleinere Wohnung ziehen. „Aber solange die Leute nicht das bekommen, was sie sich wünschen, bleiben sie erst einmal in der bisherigen Wohnung“, so Heubrock.

Wie eng der Markt ist, zeigt eine Zahl: „Im vergangenen Jahr hatten wir genau eine Wohnung frei“, so Heubrock.

Wunsch nach kleinen und großen Wohnungen

Gefragt seien verschieden große Wohnungen. Die 2,5-Zimmer-Wohnung von jüngeren oder älteren Alleinstehenden ebenso wie 4,5 bis sogar 6-Zimmer-Wohnungen von Familien mit mehreren Kindern. „Solch große Wohnungen sind aber schwer zu bekommen“, so Bernd-Peter Menke, nebenamtlicher WBG-Vorstand. So sind die Wohnungen mit etwa 100 Quadratmetern Größe sowohl im Gebiet Schützenhof als auch im Lippe Wohnpark alle vermietet.

Immer mehr Lüner wollen gerne in Innenstadtnähe leben

Blick in das Wohnquartier Schützenhof. 170 Wohneinheiten sind hier entstanden, ebenfalls in Innenstadtnähe. © WBG/Arie Schnettler


Der Bauverein stellt fest, dass es häufig Anfragen zu Singlewohnungen gibt. Außerdem sei bezahlbarer Wohnraum ein wichtiges Anliegen. Hier wolle man, so Antonia Mega, „durch entsprechende Angebote“ der Nachfrage entgegenwirken.

Die größte Sorge, die schon in der näheren Zukunft auf die Wohnungsbaugesellschaften zukommt, ist die Altersarmut, vor allem die von Frauen, so Wilfried Kolodziejski, nebenamtlicher WBG-Vorstand. Wer nur eine geringe Rente hat, kann keine teure Wohnung finanzieren. Die Durchschnittsmiete der WBG liegt derzeit bei 5,06 Euro pro Monat.

Mietverträge schon ein Jahr vorher abgeschlossen

Aber auch teurere, frei finanzierte Wohnungen sind gefragt. Wie sich am Beispiel Lippe Wohnpark zeigt. Heubrock: „Es sind alles frei finanzierte Mietwohnungen mit hohem Standard. Wir haben schon ein Jahr vor Bezug die Mietverträge abgeschlossen und es gibt auch eine Warteliste.“ Bei Mietpreisen, die zwischen 9,50 und 11 Euro pro Quadratmeter liegen.

Ähnliche Erfahrungen hat auch der Bauverein gemacht. „Der innerstädtische Wohnraum erlebt zurzeit eine Renaissance“, so Antonia Mega. Der Bauverein würde gerne entsprechenden Wohnraum anbieten, allerdings fehlten ausgewiesene Wohnbauflächen. „Wir benötigen künftig zusätzliche Bauflächen“, so Antonia Mega.

Einfamilienhäuser seien weiter sehr gefragt, aber auch hier fehlten Wohnbauflächen. Nach Angaben der Stadt sei die Zahl der Bauanträge für Ein- und Mehrfamilienhäuser gegenüber den Vorjahren konstant geblieben.

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