Die Pandemie gibt uns die Chance neue Dinge zu lernen, wir haben einige ausprobiert. © Nora Varga
Freizeit-Tipp

Im Selbstversuch: Fünf Dinge, die man in der Corona-Pandemie lernen kann

Fünf neue Dinge in vier Wochen erlernen? Wir haben das ausprobiert. Die Corona-Pandemie bietet Gelegenheit dazu. Es geht vom Musizieren über eine neue Sprache bis zu praktischen Fähigkeiten.

Keine Konzerte, keine Freunde treffen und viel Zeit zu Hause: Die Pandemie verlangt uns viel ab. Die freie Zeit kann man aber auch nutzen, um etwas Neues auszuprobieren. Ich habe mir fünf neue Beschäftigungen mindestens vier Wochen lang angeschaut und ausprobiert, ein Instrument zu erlernen, Sudokus zu lösen, mit zehn Fingern zu tippen, Nähen und eine Fremdsprache zu lernen.

Sudoku

Von der Liste der Dinge, die man lernen könnte, ist das Lösen von Sudokus auf den ersten Blick nicht das Spannendste. Bis zu diesem Experiment kannte ich die Rätselgitter in der Zeitung nur aus der Ferne. Sehr optimistisch mache ich mich beim ersten Versuch an ein Sudoku der Schwierigkeitsstufe „mittel“. Nach einer halben Stunde Kopfzerbrechen habe ich in einer Spalte drei Fünfen und muss mir eingestehen, dass die Sache schwieriger ist als gedacht.

Die nächsten vier Wochen versuche ich, jeden Tag ein Sudoku der Schwierigkeit „einfach“ zu lösen. Am dritten Tag schaffe ich es zum ersten Mal, das Rätsel zu lösen.

Es gibt verschiedene Apps, mit denen man Sudoku spielen kann.
Es gibt verschiedene Apps, mit denen man Sudoku spielen kann. © Screenshot: Nora Varga © Screenshot: Nora Varga

Im eintönigen Homeoffice-Alltag ist das Rätseln eine willkommene Abwechslung. Für eine halbe Stunde geht es mal nicht um Telefonate oder E-Mails, sondern um ein paar Zahlen, die nicht zweimal in einer Reihe, Spalte oder in einem Kästchen vorkommen dürfen. Schon nach ein paar Tagen habe ich mir ein System zurechtgelegt. Das Problem daran: Es wird wahnsinnig schnell unübersichtlich mit all den kleinen Gedankenstützen und Vermutungen, die ich rund um das Rätsel notiere, streiche und wegradiere. Chaotisch.

Wie für fast alles, gibt es natürlich auf für Sudokus Apps. Nach der Hälfte des Versuchs steige ich auf eine App um. Ich habe jetzt immer mein aktuelles Rätsel in der Hosentasche, und in den Apps können verschiedene Hilfen eingestellt werden. Die App zeigt an, wenn eine Zahl falsch gesetzt ist oder markiert Zeilen und Spalten. Sudokus zu lösen, ist eine schöne Beschäftigung für zwischendurch, die schnelle Erfolgserlebnisse gibt.

Ein Instrument lernen

Ein Instrument in vier Wochen zu erlernen, ist unmöglich. Je nachdem, für welches Instrument man sich entscheidet, dauert es Jahre, bis es einigermaßen annehmbar klingt. Dafür ist die Freude, ein Stück allein oder mit anderen zu spielen, von meiner Liste der fünf Dinge, die man lernen könnte, für mich am erstrebenswertesten. Seit 15 Jahre spiele ich mittlerweile Cello. Und auch wenn Üben nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, ist Musik eine Freude, die jedes Übens wert ist.

Für den Versuch wage ich mich gleich an zwei neue Instrumente: die Querflöte und das Klavier. Einsteigerschulen für Klavier und Flöte gibt es zuhauf. Hat man in seiner Jugend schonmal ein Instrument gespielt, kann man mit Einsteigerheften oder Online-Angeboten sein Wissen auffrischen und auf Grundlagen aufbauen. Für Neulinge auf einem Instrument empfiehlt es sich allerdings nicht, allein mit Kursen zu lernen. Die Gefahr, sich große technische Fehler einzuüben und frustriert aufzugeben, ist einfach zu groß. Viele Musikschulen machen Schnupperangebote. Und auch während Corona kann digital oder mit großem Abstand unterrichtet werden.

Ob Anfänger oder Fortgeschrittener: In beiden Fällen gehört das regelmäßige Üben dazu. Jeden Tag nach Möglichkeit mindestens 20 Minuten. Von verschiedenen Musikschullehrern kenne ich den Satz: „Man fängt jeden Tag wieder bei Null an, man kommt nur schneller wieder da an, wo man aufgehört hat.“ Ein Spruch, der sich auch in den vier Wochen meines Versuches bewahrheitet. Jeden Tag muss man erst wieder warm werden, und es gibt auch Tage, an denen man keinen Fortschritt macht. Bei besonders verbohrten Stellen in einem Stück hilft es manchmal auch, einfach die Flöte, Flöte oder das Klavier Klavier sein zu lassen und ein paar Runden um den Block zu gehen, um es danach nochmal zu versuchen. Nach vier Wochen habe ich die ersten Schritte gemacht und kann es jedem nur empfehlen, ein Instrument zu lernen. Das Erfolgserlebnis, ein Stück fehlerfrei zu spielen, ist groß, und die Auswahl an Stücken reicht schon bei Einsteigern von klassischer Musik bis zu moderner Filmmusik oder Radiohits.

Mit zehn Fingern tippen

Mit zehn Fingern flüssig tippen zu können, ist praktisch. Die freie Zeit durch Corona war eine gute Möglichkeit, endlich zu üben. Statt einfach in einem Word-Dokument drauf los zu tippen, benutze ich die kostenlose Version des Programmes „TypingClub“. Es gibt im Internet allerdings verschiedene Programme, die geeignet sind. In jeder Lektion werden neue Buchstaben eingeführt und verschiedene Buchstabenkombinationen geübt, mal nur die linke Hand, mal die rechte, mal alles, was mit dem Zeigefinder getippt wird.

Das Schwierige am Tippen mit zehn Fingern ist, dass man sich gedulden muss, bis man die Fähigkeiten wirklich einsetzten kann. Jeden Tag fünf bis zehn Minuten üben – und schon stellen sich nach ein paar Tagen die ersten Fortschritte ein, auch wenn es noch nicht zum schnellen Schreiben ganzer Texte reicht. Wichtig beim Tippen auf der Tastatur ist, nicht auf die eigenen Finger zu schauen. Wem das schwer fällt, der kann sich ein Tuch oder T-Shirt über die Hände legen. Wer beim Lernen lange genug durchhält, der wird nach und nach merken, dass er im Alltag plötzlich mit zehn Fingern schneller als mit sechs tippen kann.

Nähen

Zu Beginn der Pandemie habe ich das Nähen mit der Nähmaschine von meiner Mutter gelernt. Wir haben aus alten Bettlaken und Stoffresten Masken genäht. Das Schöne am Nähen ist, dass es anders als Fußballspielen ein Hobby ist, an dem man auch alleine Spaß haben kann. Es reicht schon, die alte Maschine der Großmutter aus dem Keller zu holen, um anzufangen. Im Internet gibt es viele Schnittmuster und Anleitungen umsonst oder für kleines Geld. Auch Videos für die ersten Schritte stehen in Hülle und Fülle zur Verfügung. Besonders für alle möglichen Beutel und Täschchen gibt es eine Menge Anleitungen.

Das Schönste am Nähen ist, dass man sich die Farbe und Muster aller Dinge selbst aussuchen kann.
Das Schönste am Nähen ist, dass man sich die Farbe und Muster aller Dinge selbst aussuchen kann. © Nora Varga © Nora Varga

Wenn man sich an Kleidungsstücke herantrauen will, nimmt man sich ein altes T-Shirt oder Kleid und zerschneidet es an den Nähten. Das so entstandene Schnittmuster können Sie benutzen, um es auf einen neuen Stoff zu legen, auszuschneiden und wieder zusammenzunähen. Wer zuhause keine entbehrlichen Bettlaken oder Vorhänge hat, kann nach dem Lockdown Stoffläden aufsuchen oder im Internet bestellen. Nähen ist ein schönes Hobby, das vor allem deswegen Spaß macht, weil man die Früchte seiner Arbeit wirklich benutzen kann. Mit dem eigenen Beutel einkaufen zu gehen oder sich ein T-Shirt in der Lieblingsfarbe zu nähen, ist ein schönes Gefühl.

Erste Nähversuche zu Beginn der Pandemie.
Erste Nähversuche zu Beginn der Pandemie. © Varga © Varga

Italientisch lernen

Viele Freunde haben zu Beginn der Pandemie angefangen, Sprachen zu lernen. Und auch ich habe im Versuch getestet, wie es ist, Italienisch zu lernen. Ich habe die Sprach-App Duolingo getestet. Aber auch hier stehen eine Menge anderer Apps zur Verfügung. Zu Beginn macht das Lernen Spaß, und das Sammeln von Münzen und Trophäen in der App erhöht den Spielspaß natürlich. Jeden Tag gilt es, 10 bis 15 Minuten lang neue Vokabeln zu lernen und erste Sätze aus dem Alltag einzuüben.

Italienisch lernen mit der App Duolingo
Italienisch lernen mit der App Duolingo © Nora Varga © Nora Varga

Schon nach zwei, drei Wochen wird das einsame Lernen allerdings langweilig. Zwar kann ich nach ein paar Wochen einige Brocken Italienisch, aber mir fehlt die Gelegenheit, das Gelernte anzuwenden. Sprach-Fans sind deswegen gut beraten, lieber eine Sprache aufzufrischen oder sich einen Gesprächspartner zu suchen.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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